Slowakei: Wahlschlappe für Regierungskoalition

+
Premierministerin Iveta Radicova

Bratislava - Die erst seit Juli in der Slowakei regierende Mitte-Rechts-Koalition von Premierministerin Iveta Radicova hat bei den landesweiten Kommunalwahlen am Samstag eine schwere Niederlage erlitten.

Erstmals seit Abhaltung freier Wahlen in der Slowakei verloren die Christdemokraten offensichtlich die Bürgermeisterwahl in Bratislava. Auch in den meisten anderen großen Städten setzten sich laut Statistikamt Parteienbündnisse um die sozialdemokratische Partei Smer von Ex-Premier Robert Fico durch.

Die Kommunalwahlen waren der erste landesweite Urnengang seit Amtsantritt der bürgerlichen Vierparteien-Regierung und galten daher als erster Test für sie. Noch vor Bekanntgabe des Endergebnisses gestand Außenminister Mikulas Dzurinda, Parteichef der christlich-liberalen Partei SDKU, zu der auch Radicova gehört, die Wahlniederlage ein. “Auch ein Handwerker kann (seine Produkte) manchmal gut verkaufen, manchmal nicht.

Heute haben wir nicht verkauft“, sagte er in der Nacht zum Sonntag vor Journalisten. Als Sensation werteten Kommentatoren den Sieg des Linkskandidaten in der Hauptstadt Bratislava, die bisher als uneinnehmbare Hochburg der bürgerlichen Regierungsparteien gegolten hatte. Der parteilose, aber von Ex-Premier Ficos Sozialdemokraten unterstützte Milan Ftacnik kündigte an, er werde ein “Bürgermeister für alle Bewohner Bratislavas“ sein und sich besonders um die Zustimmung jener bemühen, die ihn nicht gewählt hätten.

Die Wahlbeteiligung erreichte nach vorläufigen Angaben des staatlichen Statistikamtes landesweit knapp über 50 Prozent. In Bratislava war sie mit rund 35 Prozent besonders niedrig. Das Endergebnis für Bratislava wurde bis Sonntagvormittag erwartet, in den meisten anderen Gemeinden lag es bereits in den Nachtstunden vor.

dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare