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Ukraine-Krieg: Anonymous greift Innenministerium von Belarus an

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Von: Sandra Kathe

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Mit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine begann auch der Cyber-Angriff des Kollektivs Anonymous gegen Russland.
Mit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine begann auch der Cyber-Angriff des Kollektivs Anonymous gegen Russland. © Aris Messinis / AFP

Nach Angriffen auf russische Banken, Medien- und Finanzunternehmen hat Anonymous nun auch mehrere belarussische Regierungs-Websites lahmgelegt.

Minsk – Aktivistinnen und Aktivisten des internationalen Hacker-Kollektivs Anonymous haben als Reaktion auf den Ukraine-Krieg nicht nur russische Internetseiten, Behörden und Medien zum Angriffsziel erklärt: Auch der Webwelt im Nachbarland Belarus, dessen Machthaber Alexander Lukaschenko als Unterstützer des russischen Staatschefs Wladimir Putin gilt, haben die Hacker-Profis den virtuellen Krieg erklärt.

Nachdem bereits Ende Mai darüber berichtet wurde, dass die Mitglieder des Kollektivs mehrere Ministeriumsseiten der Regierung in Minsk lahmgelegt hatten, folgte am Pfingstwochenende wohl ein Angriff auf die Seite des belarussischen Innenministeriums. Das teilte die Anonymous angeschlossenen Gruppe Spid3r über den Twitter-Kanal „YourAnonSpider“ am Freitag (3. Juni) mit. Auch am Sonntag waren Zugriffe auf die Website des belarussischen Ministeriums für innere Angelegenheiten noch immer nicht möglich.

Ukraine-Krieg: Anonymous startet Cyberangriff auf Innenministerium von Belarus – wegen „Mittäterschaft“

Neben einem Link zur nicht funktionierenden Seite, richteten die Aktivistinnen und Aktivisten mit ihrem Tweet einen direkten Aufruf an die belarussische Regierung und ließen sie wissen: „Wenn ihr lernt wie man seine Bürgerinnen und Bürger behandelt, kann euer Ministerium womöglich wieder öffnen. Solange werden die Spinnweben es aber geschlossen halten.“

Der Angriff folgte nur wenige Tage auf einen ersten gelungenen Coup des Kollektivs auf weitere belarussische Regierungsseiten, die inzwischen wieder abrufbar sind. Dass die Aktivistinnen und Aktivisten die Seiten mehrerer belarussischer Ministerien, darunter die Ämter für Kommunikation, Justiz, Wirtschaft und Bildung lahmgelegt hatten, vermeldete am Mittwoch (29. Mai) der Twitter-Account „YourAnonTV“. Begründet worden war die Attacke mit der „Mittäterschaft der belarussischen Regierung bei der Invasion in der Ukraine“.

Ukraine-Krieg: Anonymous mit Großangriff auf belarussische Regierungsseiten

Obwohl Belarus bislang noch keine eigenen Truppen in die Ukraine geschickt hat, unterstützt das Land seinen engsten Verbündeten Russland mit seiner Infrastruktur. Auch hatten sich seit Beginn des Angriffs immer wieder russische Truppen auf belarussischem Boden versammelt und von dort aus Angriffe auf das südliche Nachbarland bereitet. Einige Sanktionen gegen Russland hatten ebenfalls erste Konsequenzen für Belarus.

Die zunehmenden Cyberangriffe auf Russland begannen bereits am Tag des ersten Angriffs im Ukraine-Krieg. Seither haben Anonymous-Mitglieder mehrere russische Banken, Rechts- und Finanzunternehmen angegriffen und auch russische Medienunternehmen attackiert. Im April veröffentlichte die Gruppe Informationen über 120.000 russische Soldaten, die in der Ukraine im Einsatz sind. (ska)

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