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Projekt „Kalina“: Lasersystem soll ausländische Satelliten abschießen

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Von: Nail Akkoyun

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Kommunikationssatelliten könnten durch den neuen russischen Laser künftig gestört oder sogar abgeschossen werden. (Symbolfoto)
Kommunikationssatelliten könnten durch den neuen russischen Laser künftig gestört oder sogar abgeschossen werden. (Symbolfoto) © Joe Marino/Imago

Ein neues Lasersystem aus Russland soll fähig sein, ausländische Satelliten zu stören und abzuschießen. Der Ukraine würde das Probleme bereiten.

Selentschukskaja – Einem Bericht zufolge könnte Russland an einem Lasersystem arbeiten, welches feindliche Satelliten blenden und beschädigen könnte. Das System, welches sich offenbar in der Krona-Raumfahrtanlage des russischen Verteidigungsministeriums nahe Selentschukskaja befindet, wurde durch eine vom Online-Wissenschaftsjournal The Space Review durchgeführte Untersuchung aufgedeckt.

„Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass ein Weltraumüberwachungskomplex im russischen Nordkaukasus mit einem neuen Lasersystem namens ‚Kalina‘ ausgestattet wird, das auf die optischen Systeme ausländischer Bildsatelliten zielt, die über russischem Gebiet fliegen“, heißt es in dem Artikel. Die russische Armee könnte die Technologie etwa im Ukraine-Krieg nutzen, um Aufklärungssatelliten zu stören und westliche Aufklärungsmissionen zu verhindern. Komplette Satellitenausfälle könnten jedoch auch globale Dienstleistungsausfälle zur Folge haben.

Russland: Projekt „Kalina“ basiert auf jahrzehntelanger Forschung

Für die Analyse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden unter anderem öffentlich zugängliche Satellitenbilder genutzt, Ausschreibungsunterlagen russischer Industriekonzerne sowie russische Finanzdokumente legen den Angaben zufolge außerdem entsprechende Pläne nahe.

„Aus den 2015 online gestellten Ausschreibungsunterlagen ging bereits hervor, dass ‚Kalina‘ über ein neues Teleskop verfügen würde, mit dem Laserstrahlen präzise auf Satelliten gerichtet werden können“, heißt es in der Untersuchung. Das Projekt soll bereits 2011 begonnen haben und auf jahrzehntelangen Forschungen basieren.

Erst im November 2021 führte Moskau einen Raketentest durch, bei dem ein russischer Satellit abgeschossen wurde. US-Außenminister Antony Blinken verurteilte den „rücksichtslosen“ Versuch, bei dem beinahe 1500 Trümmerteile in die erdnahe Umlaufbahn gerieten und schließlich verschwanden. Infolgedessen sprachen sich unter anderem internationale Raumfahrtagenturen sowie Politikerinnen und Politiker gegen Tests von sogenannten Anti-Satellitenwaffen (ASAT) aus. (nak)

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