Rösler will Arztrechnungen für Kassenpatienten

Berlin - Kassenpatienten sollen nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler künftig Arztrechnungen erhalten und diese dann bei ihrer Krankenkasse abrechnen können.

“Wohlgemerkt: Wir wollen niemand dazu verpflichten“, sagte der FDP-Politiker den Dortmunder “Ruhr Nachrichten“ vom Mittwoch. Versicherte sollen künftig die Möglichkeit erhalten, “Leistungen jenseits der Erstattung“ unkompliziert in Anspruch zu nehmen, wie Rösler erklärte. “Heute nämlich werden die Menschen dafür bestraft, wenn sie Leistungen über das Übliche hinaus haben möchten. Das wollen wir ändern“, sagte Rösler. Voraussetzung für die Kostenerstattung sei aber ein neues Honorierungssystem für Ärzte. “An dem Thema sind wir dran. Ich setze darauf, dass wir mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu guten Ergebnissen kommen.“

Der Gesundheitsminister forderte von Kassen und Arbeitgebern dem Bericht zufolge “neue Anreize bei der Prävention. “Versicherte, die sich nachweislich gut ernähren und regelmäßig Sport treiben, könnten zum Beispiel einen Nachlass beim Zusatzbeitrag ihrer Kasse erhalten“, sagte er. Dies zu organisieren, sei Sache der Krankenkassen, die sich durch entsprechende Angebote im Wettbewerb um die Versicherten positionieren könnten. Der größte Nachholbedarf bei der Prävention bestehe jedoch am Arbeitsplatz. “Da wollen wir in Zukunft stärker ansetzen. Durch Gespräche mit den Gewerkschaften und Betriebskrankenkassen weiß ich, dass sie diese Richtung unterstützen“, erklärte der FDP-Politiker. Berufliche Gesundheitsförderung ist sei “im originären Interesse der Arbeitgeber“.

dapd

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