Rheinland-Pfalz: Gebührenfreie Kita

Harxheim - Als erstes Bundesland führt Rheinland-Pfalz Gebührenfreiheit in Kitas auch für Zweijährige ein. Damit kommt der fünfjähriger Stufenplan zum Abschluss. Wie sie die finanzielle Belastung rechtfertigt:

Für die Drei- bis Sechsjährigen sind die Kindergärten in dem Bundesland heute schon kostenlos. Landes-Jugendministerin Doris Ahnen (SPD) sprach am Freitag in Harxheim bei Mainz von einem “wichtigen Schritt zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem“.

Die ab 1. August geltende Neuregelung ist Abschluss eines fünfjährigen Stufenplans des Landes. Verbunden mit dem neuen Gratisangebot ist zugleich ein Rechtsanspruch auch für die Zweijährigen auf einen Kitaplatz. Rheinland-Pfalz greift damit einer Bundesregelung weit voraus.

Regionale Unterschiede

Bundesweit soll der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder unter drei Jahren erst ab 2013 gelten. In mehreren Bundesländern gibt es Forderungen aus den Kommunen, den Anspruch aus Kostengründen erst später verbindlich zu machen.

“Bildung beginnt von Anfang an und steht allen zu“, sagte Ahnen. Dies rechtfertige auch eine extreme finanzielle Belastung des Landes. Die Landesregierung geht davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Zweijährigen das Bildungs- und Betreuungsangebot in den Kindergärten nutzen wird. Regional gebe es aber Unterschiede.

Erhöhung des Kindergeldes wirkt sich kaum auf Geburtenrate aus

Insgesamt haben in dem Bundesland jetzt rund 132 000 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren Anspruch auf einen kostenlosen Kitaplatz. 2010 rechnet das Land dafür mit Kosten von mehr als 78 Millionen Euro. Für 2011 werden 89 Millionen Euro veranschlagt.

Nach einer am Freitag veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin führt eine bessere Betreuung für Kinder von arbeitenden Frauen sowohl zu einer höheren Erwerbstätigkeit als auch zu mehr Geburten. Dagegen würde eine isolierte weitere Erhöhung des Kindergeldes die Geburtenrate nur gering erhöhen, folgern die Autoren Peter Haan und Katharina Wrohlich.

Die Forscher untersuchten dabei die Auswirkungen verschiedener familienpolitischer Maßnahmen. Haan: “Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist seit einiger Zeit eines der wichtigsten familienpolitischen Ziele.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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