Tea-Party-Flügel

Republikaner Ted Cruz gibt Präsidentschaftskandidatur bekannt

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Bei einer Testabstimmung der Konservativen vor drei Wochen landete Ted Cruz auf Platz drei.

Washington - Der US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 nimmt Fahrt auf. Als erster Bewerber der Republikaner wirft Senator Ted Cruz von der streng konservativen Tea-Party-Bewegung seinen Hut in den Ring.

Der erzkonservative US-Senator Ted Cruz hat als erster namhafter Politiker offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt bei den Wahlen im Jahr 2016 erklärt. „Es ist Zeit, der Verfassung wieder Geltung zu verschaffen“, rief Cruz den Studenten im Auditorium der christlichen Liberty University im Bundesstaat Virginia am Montag zu. „Ich glaube, Gott ist noch nicht fertig mit Amerika.“ In der Nacht hatte der 44-Jährige bereits in einem auf Twitter verbreiteten Video angekündigt, in das Rennen ums Weiße Haus einzusteigen.

Cruz gilt als erbitterter Gegner der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama. Als Senats-Neuling machte er 2013 bei einer Debatte über die Reform mit einer spektakulären, fast 22 Stunden langen Dauerrede Schlagzeilen. Im Kräftemessen mit Obamas Demokraten galt Cruz als treibende Kraft hinter einer mehrwöchigen Schließung von Regierungsbehörden. Den Klimawandel bestreitet er, über die Homo-Ehe sollte seiner Meinung nach jeder Bundesstaat selbst entscheiden. Der Sohn eines Kubaners und einer Amerikanerin war Generalstaatsanwalt von Texas. Er studierte Jura an den Eliteunis Harvard und Princeton.

„Millionen mutiger Konservativer“ müssten sich nun erheben, um die USA zurückzugewinnen, sagte Cruz in seiner etwa halbstündigen Rede. Anschließend zeigte er sich dem jungen Publikum mit seiner Frau Heidi und seinen beiden jungen Töchtern. Für die Studenten herrschte in dem komplett gefüllten Auditorium Anwesenheitspflicht.

Cruz will nach Einschätzung von US-Medien früh die Aufmerksamkeit von Anhängern des rechten Flügels der Republikaner gewinnen. Besonders die wahrscheinlichen Kandidaturen der politischen Schwergewichte Jeb Bush (62) sowie Chris Christie (52) dürften Cruz zu einem frühen Einstieg ins Rennen bewogen haben. Laut „New York Times“ stehen auch die Kandidaturen weiterer konservativer Politiker seiner Partei an. Beobachtern zufolge zeigen derzeit mehr als ein Dutzend Republikaner Interesse, im Januar 2017 die Nachfolge von Amtsinhaber Barack Obama anzutreten. Obama kann nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren.

Zu den wahrscheinlichen Herausforderern von Cruz gehört neben Floridas Ex-Gouverneur Bush und New Jerseys Gouverneur Christie unter anderem Wisconsins Gouverneur Scott Walker. Auch Rand Paul, der radikale rechte Querdenker, der Kentucky als Senator vertritt, sowie Floridas Senator Marco Rubio, wird Interesse nachgesagt. Mitt Romney, der zweimal ohne Erfolg für die Republikaner antrat, hat abgewunken.

Bei den Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton als aussichtsreichste Kandidaten für die Nominierung ihrer Partei. Laut „New York Times“ will sie ihre Kandidatur offiziell im April bekanntgeben.

dpa

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