Sorge vor Virusmutation

Einreise-Stopp wegen Corona: Sieben Länder von neuer Maßnahme betroffen

Der Corona-Lockdown ist Angela Merkel nicht hart genug. Die Bundesregierung hat jetzt Einreise-Beschränkungen beschlossen. Sieben Staaten sind betroffen.

Update vom 29. Januar, 18.14 Uhr: Für Länder, in denen sich besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben, gilt in Deutschland ab Samstag eine weitreichende Einreisesperre. Das Kabinett beschloss am Freitag ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte. Betroffen sind zunächst Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab Sonntag auch die kleinen afrikanischen Staaten Lesotho und Eswatini.

NameAngela Merkel
Geboren17. Juli 1954 in Hamburg
AmtBundeskanzlerin (seit 2005)

Update vom 28. Januar, 19.48 Uhr: Testpflichten, Quarantäne, Grenzkontrollen: Die Bundesregierung hat die Einreise nach Deutschland schon erheblich erschwert. Jetzt will sie die Einreise aus den Verbreitungsgebieten besonders gefährlicher Corona-Varianten weitgehend stoppen. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) müsse nur noch geklärt werden, welche Ausnahmen man zulässt. Betroffen wären derzeit fünf Länder, die von der Bundesregierung als Mutationsgebiete eingestuft sind: Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien. Deutsche, die sich derzeit in betroffenen Ländern aufhalten, sollen laut Seehofer nach Hause zurückkehren können.

Corona-Lockdown: Reise-Stopp? Merkel und Seehofer wollen Flugverkehr drosseln

[Erstmeldung vom 26. Januar] Berlin - Der Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland und NRW bringt Fortschritte. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel sind sie aber nicht schnell und einschneidend genug. Auch wegen aggressiver neuer Mutationen erwägt die Bundesregierung daher drastische Einschränkungen beim Reise-Flugverkehr. (News zum Coronavirus)

Angela Merkel beklagt gut ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie mangelndes Tempo im Kampf gegen das Coronavirus. „Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig“, sagte die Kanzlerin am Dienstag (26. Januar) beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung hat sich Merkel in einer Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union für weitere Corona-Einschränkungen in Deutschland ausgesprochen. „Uns ist das Ding entglitten. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren“, wird sie laut Bild von Teilnehmern zitiert. Merkels Ziel: „Wir müssen auf eine Inzidenz von unter 50 kommen, aber jetzt freuen sich alle, wenn wir unter 200 sind.“

Kaum noch Flugzeuge nach Deutschland? Das sagt Innenminister Horst Seehofer

Die Kanzlerin soll in der Konferenz konkret Einschränkungen des Flugverkehrs ins Gespräch gebracht haben. „Warum können wir die Reisen nicht verbieten?“, soll sie gefragt haben. Man müsse „den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“. Merkel habe die Reisen vieler Deutscher ins Ausland kritisiert, berichtete Bild. Weihnachten seien jeden Tag 50.000 Menschen auf die Kanaren und die Malediven geflogen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) positionierte sich am Dienstag deutlich: „Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren.“ Dazu gehörten „deutlich schärfere Grenzkontrollen“, besonders an den Grenzen zu Corona-Hochrisikogebieten, „aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null“. Das Bundesinnenministerium äußerte sich zunächst nicht zu konkreten Planungen für neue Einreise-Regelungen.

Sorge vor Corona-Mutation: Israel macht Flughafen dicht - Deutschland auch?

In Israel ist die britische Coronavirus-Mutation für einen großen Teil der Neuinfektionen verantwortlich. Um das Einschleppen weiterer Mutationen zu verhindern, hat die Regierung entschieden, den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv vorerst bis Monatsende fast komplett zu schließen.

In Deutschland gibt es bisher keine staatlichen Einschränkungen des Flugverkehrs. Der grenzüberschreitende Reiseverkehr ist aber durch Testpflichten und Quarantäne-Regeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten eingeschränkt. Als Risikogebiete in drei Kategorien sind inzwischen mehr als 150 von 200 Ländern weltweit ausgewiesen. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa Pool/dpa

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