Piraten-Politikerin wulfft dem "Bild"-Chef aufs Handy

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Marina Weisband, die Politische Geschäftsführerein der Piratenpartei, hat sich am Donnerstagabend in der Politik-Show "Stuckrad Late Night" ( ZDFneo) per Handy bei "Bild"-Chef Kai Diekmann über eine sie betreffende Überschrift im Boulevardblatt beschwert.

Mainz - Marina Weisband wulfft den "Bild"-Chefredakteur! Die Piraten-Politikerin hat sich im TV per Handy bei Kai Diekmann beschwert und ihm im Stil des Ex-Bundespräsidenten "gedroht". Das Protokoll des Anrufs:

Nicht die Mailbox hat sie dran, sondern gleich den "Bild"-Chefredakteur höchstpersönlich: Marina Weisband, die Politische Geschäftsführerein der Piratenpartei, hat sich am Donnerstagabend in der Politik-Show "Stuckrad Late Night" (ZDFneo) bei Kai Diekmann über eine sie betreffende Überschrift im Boulevardblatt beschwert. Der Anruf war in großen Teilen eine Satire auf den Droh-Anruf des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff bei Diekmann.

Weisband: "Hallo? Herr Diekmann? Sie sind privat dran? Ich hatte jetzt mit ihrer Mailbox gerechnet. Das tut mir furchtbar leid. Darf ich sie trotzdem anschnauzen?"

Diekmann: „Sie erreichen mich gerade... mit wem spreche ich denn?“

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Weisband: (bedeutungsvoll): "Mit Marina Weisband. Ich sitze gerade im Fernsehen. Und ich wollte mich beschweren über einen Artikel, den sie gedruckt haben."

Diekmann: "Echt? Was ham' wir denn gedruckt?"

Weisband: "Sie hatten vor einigen Monaten einen Artikel gedruckt, der titelt: 'Würden Sie diese schöne Frau gern wählen?' Und, Herr Diekmann, ich muss ganz ehrlich sagen: Mit diesem Artikel ist für mich und für alle meine Frauen die Wupper überschritten."

Die Piraten-Politkerin spielt dabei auf die Mailbox-Affäre des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff an. Der hatte im Dezember Diekmann auf dessen Mailbox gedroht, dass die "Bild" den Rubikon überschreite, falls das Blatt eine Geschichte über Wulffs Hauskredit veröffentliche.

Weisband: "Ich sehe das nicht weiter ein, dass sie dermaßen sexistische Überschriften verwenden. Und wenn sie nicht damit aufhören, als Boulevardzeitung sexistisch zu sein, bedeutet das Krieg!“

Zur Erinnerung: Auch Wulff hatte bei seinem Droh-Anruf bei Diekmann mit Krieg gedroht.

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Weisband: „Im übrigen möchte ich...“

Diekmann (mit hörbarer Ironie): "Ich hab jetzt total Angst. Und ich weiß auch überhaupt nicht, was ich machen soll."

Weisband: "Was sie machen sollen? Das werde ich Ihnen jetzt haarklein erzählen. Sie werden in die Redaktionssitzung gehen damnächst..."

Diekmann: "Jawohl."

Weisband: "Und dort drucken, was zur Hölle sie noch mal wollen. Denn wir sind ein freies Land und haben zum Glück freie Presse."

Diekmann: "Genau so machen wir das. Ja? In diesem Sinne. Ich muss ganz schnell in mein Flugzeug."

Weisband: "Viel Spaß beim Flug."

Diekmann: "Okay. Danke, Tschüß!"

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Im Studio saß übrigens auch der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Nikolaus Blome. Der amüsierte sich köstlich über den lustigen Anruf der Piratin.

fro

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