Regierung prüft Freigabe

"Pille danach" bald ohne Rezept?

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Eine Frau hält die "Pille danach" in der Hand.

Berlin - Nach einem Expertenvotum für die Rezeptfreiheit der „Pille danach“ prüft die Bundesregierung eine Freigabe des Medikaments.

Das sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin. „Es gibt da noch keine abschließende Meinungsbildung dazu.“ Ein maßgeblicher Ausschuss des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte empfohlen, dass das Mittel, mit der eine Schwangerschaft quasi in letzter Minute verhindert werden kann, künftig ohne Rezept in der Apotheke zu haben sein soll. In der Union gibt es dagegen Widerstand. SPD und Opposition sind für die Freigabe.

Ärzte-Präsident Frank-Ulrich Montgomery hatte am Donnerstag vor einer rezeptfreien Abgabe der "Pille danach" gewarnt. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" forderte er, an der ärztlichen Beratung festzuhalten. die "Pille danach" bleibe ein "Notfallmedikament mit Nebenwirkungen". Auch über die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Wirkstoffes müsse diskutiert werden. Die "Pille danach" verhindert oder verschiebt den Eisprung und wendet dadurch eine mögliche Schwangerschaft ab.

Vorbehalte gegen Freigabe

Ein Gremium von Arzneimittelexperten am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatten zuvor empfohlen, die Verschreibungspflicht für ein Präparat auf Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel aufzuheben. Es kann eine Schwangerschaft verhindern, wenn es bis spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Hat sich die Eizelle bereits in die Gebärmutter eingenistet, verhindert das Arzneimittel die Schwangerschaft nicht mehr.

Die CDU hat erhebliche Vorbehalte gegen die Freigabe der "Pille danach". Auch der Berufsverband der Frauenärzte lehnt dies ab. Der Bundesrat hatte bereits im November dafür gestimmt, die Verschreibungspflicht für das Arzneimittel Levonorgestrel aufzuheben. Das Bundesgesundheitsministerium kann der Empfehlung der Sachverständigen nun folgen, muss dies aber nicht.

dpa/AFP

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