Paris und Berlin streiten um EZB-Posten

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Die Euro-Skulptur leuchtet in Frankfurt am Main vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB).

Brüssel - Zwischen Frankreich und Deutschland ist ein Streit um einen Schlüsselposten in der Europäischen Zentralbank entbrannt. worum es dabei geht:  

Für Berlin war eigentlich klar, dass Finanzstaatssekretär Jörg Assmussen zum Jahreswechsel den Job von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark übernimmt. Doch nun hat Paris einen Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Italieners Lorenzo Bini Smaghi ins Rennen für das Direktorium der EZB geschickt. Das Problem: Der Franzose Benoît Coeuré wäre von seiner Statur Asmussen mindestens ebenbürtig, wenn nicht überlegen, denn Coeuré ist bereits Chefvolkswirt im Pariser Finanzministerium.

Das “Handelsblatt“ berichtete am Dienstag, es sei “keinesfalls sicher“, dass Asmussen den umkämpften Posten wirklich erhalten werde. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aber will nicht zurückstecken. Denn schließlich ist der Chefvolkswirt einflussreich für den Kurs der EZB - über den wegen des von Berlin abgelehnten Aufkaufs von Staatsanleihen ebenfalls heftig gestritten wird. “Wir gehen schon davon aus, dass Asmussen der Beste ist für die Position, die Jürgen Stark innehatte“, sagte Schäuble am Dienstag in Brüssel. Und schließlich sei die Nominierung Asmussen “auf große Zustimmung gestoßen“.

Doch die Entscheidung liegt nicht in Berlin oder Paris. Denn die Eurogruppe muss zwar die Kandidaten für das Direktorium akzeptieren. Und das grüne Licht für Coeuré sollte am Dienstagabend kommen. Aber welchen Posten sie bekleiden, entscheidet EZB-Chef Mario Draghi. Für Asmussen käme neben dem Job des Chefsvolkswirtes auch der Posten des “EZB-Außenministers“ in Frage, der für die Zusammenarbeit mit den internationalen Institutionen verantwortlich ist.

dapd

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