Nach Anschlag in Berlin

„Sie wollen nur Geld sparen“: Opfer beklagen kühle Einladung zur Gedenkfeier

Opfer und Angehörige werden in einem persönlichen Brief zur Gedenkfeier eingeladen. Der beinhaltet allerdings einige unterkühlte Passagen und sorgt für Unverständnis.

Berlin - Zu den Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Berliner Terroranschlages am Dienstag hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) Angehörige und Überlebende mit einem persönlichen Brief eingeladen. Für Ärger bei einigen der Adressaten sorgte jedoch ein Formblatt, das dem Schreiben beigelegt war: Dort werden die Regeln zur Kostenerstattung für An- und Abreise sowie Übernachtungen aufgelistet. Festgehalten ist dort unter anderem, dass immer das „preislich günstigste“ Verkehrsmittel gewählt werden müsse und Taxikosten nicht erstattet würden.

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Maas entschuldigt sich bei Terror-Hinterbliebenen und gesteht großen Fehler

Ein Angehöriger eines israelischen Terroropfers beklagte in der „Bild“-Zeitung: „Sie wollen nur Geld sparen, alles war sehr kalt.“ Eine Frau, die bei dem Anschlag verletzt wurde, sagte der Zeitung, sie hätte gerade angesichts der Fehler des Staates vor und nach dem Anschlag mehr Großzügigkeit erwartet.

Senat übernimmt offenbar nun doch Taxikosten

Senatssprecherin Claudia Sünder erklärte dazu, die Familien und Angehörigen würden von Mitarbeitern bei Bedarf in allen Fragen bestmöglich unterstützt. Man sei bei der Organisation auch auf individuelle Bedürfnisse der Menschen eingegangen. „Das gebietet schon der Anstand.“ 

Das fragliche Formular sei „haushalts- und verwaltungsrechtlich notwendig“, allerdings auch sehr sachlich gehalten. Klar sei: „Wir haben alle Kosten übernommen und das ist selbstverständlich auch bei den Transportkosten der Fall.“ Dies gelte auch für Taxikosten.

In Berlin begannen am Dienstag die Gedenkfeierlichkeiten (News-Ticker) für das Attentat vom 19. Dezember vergangenen Jahres, bei dem der Tunesier Anis Amri einen Lkw in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert hatte. Zwölf Menschen starben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare