Obama: Gaddafis Schicksal als Warnung

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Barack Obama ist schon auf Wahlkampftour.

Washington - Zum Wahlkampf gehören in den USA auch Auftritte in Talkshows, daran führt auch für Präsident Obama kein Weg vorbei. Bei einer Tour an der Westküste schaute er bei Talk-Veteran Jay Leno vorbei.

US-Präsident Barack Obama sieht den gewaltsamen Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi als Warnung für alle Gewaltherrscher. “Man wünscht natürlich niemandem solch ein Ende, aber es sendet eine klare Botschaft an die Diktatoren rund um den Erdball“, sagte Obama bei einem Auftritt in der Show von Talkshow-Moderator Jay Leno am Dienstag. Der Arabische Frühling habe Gaddafi eine Chance zu einem demokratischen Wandel gegeben. “Wir haben ihm jede Gelegenheit dazu gegeben, aber er wollte das nicht.“

Obama kritisierte jedoch die Art, wie der tote Diktator öffentlich zur Schau gestellt wurde. “Es gibt einen bestimmten Anstand, mit dem Tote behandelt werden müssen“, sagte er.

Zum Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur meinte der Präsident, er verfolge die Auseinandersetzung derzeit eher am Rande. “Wenn nur noch ein oder zwei (Kandidaten) übrig sind, fange ich an, drauf zu achten.“ Der Opposition warf er zudem abermals vor, die Parteipolitik vor die Interessen des Landes zu stellen.

Nach seiner Entscheidung, bis zum Jahresende alle US-Truppen aus dem Irak zurückzuziehen, sei er “vorsichtig optimistisch“, dass die Iraker Konflikte künftig friedlich lösen, sagte der Präsident. Die USA könnten “zu Recht stolz sein“, den Irakern durch den Sturz Saddam Husseins eine Gelegenheit gegeben zu haben, ihr Schicksal selber zu bestimmen. “Es hätte aber andere Wege gegeben, das zu erreichen.“

Der Besuch bei Leno ist Teil von Obamas dreitägigen Tour durch Nevada, Kalifornien und Colorado, um Spenden für seinen Wahlkampf zu sammeln und für seine Wirtschaftspolitik zu werben. Bei Talkshows tauchte er schon häufiger auf, so auch bei Lenos Konkurrent David Letterman und bei der populären Satiresendung “The Daily Show“ mit Jon Steward. “Wir sind daran interessiert, die Leute dort zu erreichen, wo sie sind“, sagte Obamas Pressesprecher Jay Carney.

dpa

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