Republikaner vergleicht Obama mit "Costa"-Kapitän

Washington - Das Weiße Haus hat empört auf den Vergleich von Präsident Barack Obama mit dem Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs “Costa Concordia“ reagiert.

Ein führender Vertreter der US-Republikaner, Reince Priebus, hatte am Sonntag dem US-Fernsehsender CBS gesagt, Obama sei “unser eigener kleiner Kapitän Schettino“. Der Präsident verlasse das Schiff, um Wahlkampf zu machen.

Schettino wird vorgeworfen, sein Schiff verlassen zu haben, das Mitte Januar vor der italienischen Insel Giglio havarierte. 16 Menschen starben, weitere 16 werden noch vermisst. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, sagte Priebus Kommentar zeige, wie verzweifelt die Republikaner nach Aufmerksamkeit heischten.

Die Republikaner suchen den Super-Kandidaten

Die Republikaner suchen den Super-Kandidaten

Mitt Romney gilt als Favorit für die Präsidentschaftskandidatur 

Nur noch vier Politiker wetteifern darum, bei der Präsidentschaftswahl am 6. November gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama anzutreten, Mitt Romney eingeschlossen.

Mitt Romney (64) gilt wegen seines Sachverstandes in Sachen Wirtschaft und Finanzen als gefährlichster möglicher Gegner von Präsident Obama.

Romneys schärfster Konkurrent ist der für seine nicht immer parteikonformen Ansichten bekannte Kongressabgeordnete Ron Paul (76).

Ron Paul präsentiert sich als echte Alternative zu seinen Konkurrenten. Die libertären Positionen des Frauenarztes aus Texas klingen teilweise bizarr: Er ist gegen den Wohlfahrtsstaat, in der Finanzpolitik will er zurück zum Goldstandard - und die mächtige US-Notenbank soll abgeschafft werden.

Sein Credo: Der Staat bedroht die Freiheiten der Bürger, daher solle die Macht des Staates konsequent beschränkt werden. Paul lehnt viele Sicherheitsmaßnahmen gegen Terrorismus ab. Die Regierung fache die Ängste an, „so dass es Kriegsrecht geben kann“.

Auch Rick Santorum macht sich Hoffnungen, gegen Barack Obama antreten zu dürfen.

Rick Santorum, ehemaliger Senator aus Pennsylvania, steht mit seiner klaren Ablehnung des Rechts auf Abtreibung für die christlichen Konservativen.

Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich (68) mit seiner Frau Callista, wirft seinen Hut ebenfalls in den Ring. Gingrich ist immer wieder für Überraschungen gut, mit denen er selbst im eigenen Lager Kopfschütteln auslöst.

So bezeichnete der gelernte Historiker, der seine akademischen Weihen gern selbst betont, die Palästinenser jüngst als „erfundenes“ Volk. Überhaupt sei er bereit, Wahrheiten zu sagen, die sonst niemand auszusprechen wage.

Die US-Grenze zu Mexiko will er von Drohnen und Zehntausenden Soldaten überwachen lassen. US-Soldaten sollten länger in Afghanistan bleiben - und dort härter vorgehen.

Rick Perry (61) ging als Senkrechtstarter ins Rennen, stürzte dann aber tief. Der Gouverneur aus Texas zog seine Kandidatur überraschend zurück.

Er ist für die Todesstrafe (in keinem Staat gibt es mehr Hinrichtungen als in Texas) und für das Recht auf Waffentragen (er hat selbst beim Joggen eine dabei).

Perrys schwacher Punkt: Bei Debatten kommt er ins Schwimmen. Er will künftig seinen bisherigen Konkurrenten Newt Gingrich unterstützen.

Auch Michele Bachmann (55) hat ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie gilt als die neue Ikone der strikt-konservativen Tea-Party-Bewegung. Die populistische Kongressabgeordnete aus Minnesota nennt sich selbst „konsequente Konservative“:

Sie ist radikale Abtreibungsgegnerin, lehnt Homo-Ehen ab und steht der wissenschaftlichen Evolutionstheorie kritisch gegenüber. Religion sollte im öffentlichen Leben stärker betont werden.

Innenpolitisch kämpft sie gegen „Big Government“, für niedrigere Steuern und tritt für eine kompromisslose Linie gegen illegale Einwanderer ein. So will sie einen undurchdringlichen Grenzzaun zu Mexiko.

Der Diplomat und frühere Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, war bereits zuvor aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ausgestiegen.

Huntsman will künftig Mitt Romney bei dessen Bewerbung unterstützen.

Der zeitweise zu den Favoriten gezählte Geschäftsmann Herman Cain stolperte über Skandale und Patzer und warf das Handtuch.

dapd

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