Gegen Mitglieder des Strafsenats

NSU-Prozess: Neuer Befangenheitsantrag

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Die Angeklagte Beate Zschäpe (M) steht im Gerichtssaal in München und unterhält sich mit ihren Anwälten Wolfgang Stahl (l), Anja Sturm (2.v.l.) und Wolfgang Heer (r).

München - Eigentlich sollte es am Dienstag im NSU-Prozess um den Mord an Mehmet Turgut gehen. Doch die Zschäpe-Verteidiger haben überraschend einen weiteren Befangenheitsantrag eingereicht.

Im Münchner NSU-Prozess haben die Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe einen Befangenheitsantrag gegen sämtliche Mitglieder des Strafsenats gestellt. Das sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl in der Hauptverhandlung am Dienstag. Der schriftliche Antrag sei am Montag eingegangen.

Zur Begründung des Ablehnungsgesuchs sagte Götzl zunächst nichts. Die Sitzung wurde kurz nach Beginn unterbrochen. Bereits zu Prozessbeginn hatten Zschäpes Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt, der aber abgelehnt wurde.

Ursprünglich wollte sich Gericht mit Mord an Mehmet Turgut befassen

Zschäpe ist als mutmaßliche Mittäterin bei den Mordanschlägen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) angeklagt. Der Neonazi-Terrorgruppe werden unter anderem zehn Morde zur Last gelegt.

Am Dienstag wollte sich das Gericht nach ursprünglicher Planung mit dem Mord an Mehmet Turgut am 25. Februar 2004 befassen. Zwei seiner Brüder sind deshalb als Nebenkläger im Gerichtssaal erschienen. Ob die Verhandlung wie geplant fortgesetzt wird, war zunächst noch nicht abzusehen.

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dpa

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