Nationale Energiepolitik-Alleingänge kosten Billionen

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Solarpark: Mit dem koordinierten Ausbau von Wind- und Solarenergie können in der EU Billionen Euro gespart werden, sagt eine Studie.

Düsseldorf - Nationale Alleingänge in der Energiepolitik kosten die Europäische Union (EU) einer Studie zufolge mehrere Billionen Euro. Eine Unternehmensberatung hat die Geldverschwendung aufgedeckt.

Wie das “Handelsblatt“ (Donnerstag) berichtet, hat die Unternehmensberatung McKinsey entsprechende Zahlen in einer Analyse errechnet, die der Zeitung vorliegt. Danach sind Energiekonzepte, wie sie die Bundesregierung plant, ineffizient.

Durch den koordinierten Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie der Stromnetze in Europa ließen sich die Kosten drastisch reduzieren. Die Zusatzkosten durch die nationalen Alleingänge in der EU beziffern die Unternehmensberater auf mehr als zwei Billionen Euro.

Selbst wenn sich die Mitgliedsstaaten abstimmen würden, werde der radikale Umstieg auf erneuerbare Energien die EU-Staaten in den Jahren von 2020 bis 2050 mindestens 6,6 Billionen Euro kosten.

Dieser Aufwand falle an, damit die EU ihr Ziel erreichen kann, den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 bis dahin verglichen mit dem Basisjahr 1990 um 80 Prozent zu senken. Gleichzeitig sollen dann 80 Prozent des Stroms mit Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse produziert werden, dreimal mehr als für 2020 geplant.

Selbst diese Beträge seien aber nur einzuhalten, wenn die EU den optimalen Weg einschlägt, also koordiniert, vorgeht. Sollten die Mitgliedstaaten wie bisher nur ihre nationalen Interessen verfolgen, würden die Kosten um noch einmal 30 bis 35 Prozent höher liegen. “Durch nationale Alleingänge werden riesige Summen verschleudert“, sagt McKinsey-Berater Thomas Vahlenkamp.

Im optimalen Szenario sollte nach Ansicht von McKinsey grüner Strom dort produziert werden, wo die Sonne am meisten scheint, in Südeuropa, oder sich die Windräder am besten drehen, in Küstenregionen, schreibt das Blatt.

dpa

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