Strafprozess beginnt im März

MH17-Tragödie: Vier Männer werden wegen Flugzeug-Abschuss angeklagt

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Im Juli 2014 kamen bei der Flugzeugkatastrophe auf dem Gebiet der Ostukraine beinahe 300 Menschen ums Leben.

Vier Männer sollen für den Abschuss des Passagierflugzeuges MH17 verantwortlich sein. Die Tragödie um die Malaysia-Airlines-Boeing könnte nun aufgeklärt werden

Update vom 19. Juni 2019, 15.12 Uhr:

Der im Fall des Abschusses der Passagiermaschine MH14 im ostukrainischen Kriegsgebiet Donbass in den Niederlanden genannte Hauptverdächtige hat die Vorwürfe erneut kategorisch zurückgewiesen. „Die Rebellen haben mit dieser Katastrophe nichts zu tun - weder ich noch andere“, sagte Igor Girkin, genannt Strelkow, der Agentur Interfax am Mittwoch.

Zuvor hatten niederländische Ermittler die Namen von vier Verdächtigen genannt, die für den Tod von 298 Menschen verantwortlich sein sollen. Die Maschine wurde vor fast fünf Jahren über dem umkämpften Gebiet Donbass von einem Buk-Raketensystem abgeschossen. Sowohl ukrainische als auch russische Streitkräfte hatten diese Anlagen.

Ein zweiter Verdächtiger ließ über einen Sprecher ebenfalls eine Beteiligung zurückweisen. Verdächtigt werden drei Russen und ein Ukrainer, in den Abschuss der Maschine verwickelt zu sein. Girkin wies schon damals die Vorwürfe zurück. Er verließ das Kriegsgebiet später und ist wieder in seiner russischen Heimat. Beide Beteiligte lehnten eine Teilnahme an dem für März 2020 angesetzten Gerichtsverfahren ab.

Auch Russland hatte immer wieder jede Verantwortung für die Tragödie zurückgewiesen. Der russische Präsident Wladimir Putin gab unmittelbar danach der Ukraine die Schuld, weil sie trotz des Krieges nicht - wie vorgeschrieben - den Luftraum gesperrt, sondern lieber Überfluggebühren kassiert habe. Unmittelbar vor der Abschuss der MH17 waren Militärmaschinen teils auf großer Höhe abgeschossen worden.

MH17-Tragödie: Vier Männer werden wegen Flugzeug-Abschuss angeklagt

13.24 Uhr: Internationale Ermittler machen nach einem Bericht des niederländischen Fernsehens vier Männer für den Abschuss des Passagierflugzeuges MH17 verantwortlich. Die Männer, darunter der prorussische Rebellenkommandant Igor G., werden des Mordes beschuldigt. Der Strafprozess gegen die Personen solle im März 2020 beginnen, berichtete der Sender NOS am Mittwoch. Er beruft sich dabei auf Angaben von Angehörigen der Opfer. Bei dem Abschuss der Maschine über der Ostukraine vor knapp fünf Jahren waren 298 Menschen getötet worden.

Die Internationalen Ermittler hatten zuvor in Nieuwegein bei Utrecht die Angehörigen über neue Erkenntnisse informiert. Anschließend sollten sie auch eine Pressekonferenz geben.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über der Ost-Ukraine mit einer Luftabwehrrakete des Typs Buk abgeschossen worden. Das Waffensystem stammte den Ermittlern zufolge von einer Brigade der russischen Armee.

Erstmeldung: MH17 - Zeigen neue Ergebnisse den Schuldigen für die Flugzeugkatastrophe?

Den Haag - Vor rund fünf Jahren fand der Abschuss des malayischen Passagierfluges MH17 statt. Die Schuldfrage ist auch ein halbes Jahrzehnt später noch nicht geklärt - doch schon bald wird das internationale Ermittlerteam neue Ergebnisse bekanntgeben, wie die niederländische Staatsanwaltschaft am Freitag in Den Haag mitteilte. Einzelheiten gab eine Sprecherin zunächst nicht bekannt und verwies auf eine geplante Pressekonferenz am kommenden Mittwoch (19. Juni).

Flugzeugabsturz MH17: Gibt es Namen von mutmaßlichen Tätern?

Das Großraum-Flugzeug vom Typ Boeing 777-200ER der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über umkämpftem Gebiet in der Ostukraine von einer russischen Buk-Abwehrrakete abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben, die meisten der verunglückten Passagiere kamen aus den Niederlanden.

Erwartet wird, dass die Ermittler Namen von mutmaßlichen Tätern und Verdächtigen bekanntgeben werden. Bisher hatten die Untersuchungen ergeben, dass die Luftabwehrrakete vom Typ Buk von einer russischen Brigade stammte und von Russland aus in die Ukraine transportiert worden war. Verdächtige konnten bislang allerdings nicht verifiziert werden, Russland hatte zuletzt jedoch wieder energisch die Beschuldigungen zurückgewiesen.

Zu dem internationalen Untersuchungsteam unter Leitung der Niederlande gehören auch Ermittler der Länder Australien, Belgien, Malaysia und der Ukraine.

PF mit dpa

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