Merkel kommt zu Trauerfeier für gefallene Soldaten

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Angela Merkel nimmt an der Trauerfeier für drei in Afghanistan gefallene deutsche Soldaten teil.

Hamburg - Nicht zuletzt weil der Druck in den vergangenen Tagen immer größer wurde, unterbricht Bundeskanzlerin Merkel ihren Urlaub und nimmt an der Trauerfeier für die drei in Afghanistan gefallenen Soldaten teil.

Für die drei in Afghanistan gefallenen Soldaten findet am Freitagnachmittag eine Trauerfeier im niedersächsischen Selsingen (Kreis Rotenburg) statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg werden vor etwa 1.000 Trauergästen in der St.-Lamberti-Kirche Ansprachen halten. Den ökumenischen Gottesdienst halten ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher. Der Ort der Trauerfeier ist fünf Kilometer entfernt von dem Heimatstandort der getöteten Fallschirmjäger in Seedorf zwischen Hamburg und Bremen.

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Die drei Fallschirmjäger aus Seedorf waren Karfreitag im nordafghanischen Kundus bei einem Gefecht mit radikalislamischen Taliban getötet worden. Sie waren erst seit Mitte März in Afghanistan im Einsatz. Der stellvertretende Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, erneuerte unmittelbar vor der Trauerfeier seine Forderung nach einer Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel zur Lage in Afghanistan. Nachdem auch Merkel die Neubewertung des Einsatzes als “Krieg“ übernommen habe, schulde sie dem Parlament eine Erklärung zu ihrer Strategie in Afghanistan, teilte Ernst mit.

Unsere Soldaten in Afghanistan

Unsere Soldaten in Afghanistan

Der Bundeswehrverband bezeichnete es unterdessen als “nicht redlich“, dass “am Tod von drei gefallenen Soldaten nun eine Ausbildungsdebatte entflammt“. Die bei Kundus in einem Gefecht mit radikalislamischen getöteten und verletzten Bundeswehrsoldaten seien sehr erfahrene Dienstgrade gewesen und hätten gewusst, dass sie sich in einem sehr gefährlichen Einsatz befinden, sagte Verbandssprecher Wilfried Stolze der “Leipziger Volkszeitung“ (Freitag).

Stolze sagte, in der Vergangenheit habe es oft beschönigende Reden und Worte gegeben. “Unsere Soldaten sagen: Die Politiker sagen nicht deutlich genug, was wir hier in Afghanistan machen“, berichtete der Verbandssprecher. Das größte Problem der Soldaten sei, dass sie sich zu Hause bei ihren Freunden, in der Stammkneipe und bei ihren Eltern, dafür rechtfertigen müssen, dass sie im Afghanistaneinsatz sind. “Und sie sagen, warum schaffen das die Politiker nicht?“, betonte Stolze.

dpa/DAPD

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