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Melania Trump wirft Ex-Mitarbeiterin Stephanie Grisham „Verrat“ vor

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Von: Daniel Dillmann

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Melania Trump auf Besuch in Paris, wo einst die ihr angeblich ähnliche Marie Antoinette starb. (Archivbild)
Melania Trump auf Besuch in Paris, wo einst die ihr angeblich ähnliche Marie Antoinette starb. (Archivbild) © Xosà Bouzas via www.imago-images.de

Ex-Kommunikationschefin Stephanie Grisham teilt in ihrem bald erscheinenden Buch gegen Donald Trump und dessen Ehefrau Melania aus.

Update vom 14.09.2021, 09.15 Uhr: Zumindest eines hat Stephanie Grisham schon geschafft: Sie hat Melania Trump aus der Deckung gelockt. Seit ihrem Auszug aus dem Weißen Haus hatte die ehemalige First Lady sich nicht mehr öffentlich zu Wort gemeldet. Doch auf die Ankündigung eines Buches ihrer ehemaligen Vertrauten reagierte Melania Trump umgehend - mit einem direkten Angriff auf Grisham selbst.

„Die Absicht hinter diesem Buch ist offensichtlich“, schrieb Melania Trump in einem Statement an das US-Magazin Politico, dem Auszüge des Buches von Stephanie Grisham vorliegen und das darüber berichtet hatte. „Es ist ein Versuch, sich zu rehabilitieren, nach einer schlechten Leistung als Pressesprecherin, nach gescheiterten persönlichen Beziehungen und nach unprofessionellem Verhalten im Weißen Haus, so die Ehefrau von Donald Trump, die noch einen draufsetzte. Grisham würde versuchen, „durch Misstrauen und Verrat an Relevanz und Geld zu gewinnen“.

Als Stephanie Grisham noch für Donald und Melania Trump arbeitete, klang das aber ganz anders. Im Juli 2019 wechselte Grisham intern die Funktion von der Pressesprecherin der First Lady zur Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses. Melania Trump schrieb daraufhin auf Twitter: „Sie ist seit 2015 bei uns - und weder der Präsident noch ich können uns eine bessere Person vorstellen, die unserer Administration oder unserem Land dienen könnte.“

Melania Trump: „Dilettantin im Stil von Marie Antoinette“

Erstmeldung: Washington D.C. – Auch ohne öffentliche Auftritte schreibt sie immer noch Schlagzeilen. Diesmal, weil eine ehemalige Mitarbeiterin aus dem Nähkästchen plaudert. Stephanie Grisham, einst Kommunikationschefin unter Melania Trump*, schreibt in ihrem neuen Buch auch über die Zeit nach der Wahlniederlage von Donald Trump* bei den US-Wahlen.

Auszüge des bald erscheinenden Buches liegen dem US-Nachrichtenportal Politico bereits vor. Demnach beschreibt Stephanie Grisham dort, wie sie nach den Ausschreitungen am 6. Januar 2021, angezettelt durch Donald Trump und seine Gefolgsleute, mit Melania Trump korrespondierte. Grisham war zu diesem Zeitpunkt Melanias Stabschefin. Zuvor hatte sie in etlichen anderen Rollen im Team Trump gespielt: als Wahlkampfmanagerin, stellvertretende Pressesprecherin und Kommunikationsdirektorin. Seit dem Jahr 2015 war sie Teil der MAGA-Bewegung und blieb das laut Politico „bis kurz vor dem Ende“.

Melania Trump: Ex-Mitarbeiterin Stephanie Grisham war „geschockt“

Dieser Moment war wohl am 6. Januar erreicht. Grisham ging gedanklich bereits zuvor auf Distanz zu den Trumps, vor allem aufgrund der haltlosen Anschuldigungen Trumps, Joe Biden* habe ihm die Wahl gestohlen. „Geschockt“ sei sie gewesen, als sie realisierte, dass auch Melania Trump die Legitimität der Wahl anzweifelte und den Lügen ihres Mannes glaubte.

Ex-Mitarbeiterin Stephanie Grisham packt in ihrem Enthüllungsbuch über die Trumps aus.
Ex-Mitarbeiterin Stephanie Grisham packt in ihrem Enthüllungsbuch über die Trumps aus. (Archivfoto) © Jacquelyn Martin/AFP

Als dann ein MAGA-Mob das Kapitol der USA* in der Hauptstadt Washington D.C. stürmte, schrieb Grisham währenddessen eine Kurznachricht an Melania Trump: „Wollen Sie twittern, das friedlicher Protest das Recht jedes Amerikaners ist, aber das es keinen Raum für Gesetzlosigkeit oder Gewalt gibt?“ Sie habe nur ein Wort zurückgeschickt: „Nein.“

Stephanie Grisham: Lebenslauf im Team Trump

Stephanie Grisham
2015 bis 2016Pressereferentin in Donald Trumps Wahlkampagne
2016 bis 2017Sonderberater in Donald Trumps Übergangsteam
Januar 2017 bis März 2017Stellvertretende Pressesprecherin im Weißen Haus
März 2017 bis Juli 2019Pressesprecherin der First Lady im Weißen Haus
Juli 2019 bis April 2020Kommunikationsdirektorin im Weißen Haus
April 2020 bis Januar 2021Stabschefin im Weißen Haus

Melania Trump wie Mario Antoinette: „Abweisend. Besiegt. Lebensfern.“

Laut dem US-Nachrichtensender CNN hielt sich Melania Trump zu diesem Zeitpunkt knapp vier Kilometer entfernt vom Kapitol im Weißen Haus auf. Dort bereitete sich die First Lady auf ein Fotoshooting „mit neuen Teppichen und anderen Gegenständen in der Executive Residence des Ost-Flügels“ vor. Im Anschluss an die Gewalttätigkeiten vor und im Kapitol inszenierte sich Melania Trump selbst als Opfer*.

Ihre Antwort per SMS und das Verhalten Melania Trumps am 6. Januar habe sie „gebrochen“, schreibt Stephanie Grisham heute. Jahrelang hatte sie die Trumps bei allen verbalen Eskapaden verteidigt. Doch nun würde auch sie Melania als „eine Dilettantin im Stil von Marie Antoinette“ sehen. Sie sei wie die „zum Scheitern verurteilte französische Königin. Abweisend. Besiegt. Lebensfern.“ (dil) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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