„Würdeloseste Debatte“

Lanz-Talk zum Duell Trump-Biden: ZDF-Kollege stellt düstere Prognose für US-Wahl 2020 auf

Die Lanz-Runde sprach über die TV-Debatte zwischen Trump und Biden.
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Die Lanz-Runde sprach über die TV-Debatte zwischen Trump und Biden.

Bei Markus Lanz sprach die Runde über die TV-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden. Die Gäste waren sich meist einig, doch blicken besorgt auf die USA.

  • In der Sendung am Mittwoch (30. September) sprach Markus Lanz mit seinen Gästen über das Duell Trump vs. Biden.
  • ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen sieht die Debatte als gescheitert hat und will in Trumps Verhalten bewusste Zerstörung erkennen.
  • Wenn Trump die Wahl nicht gewinnt, erwartet er chaotische Zustände und gewaltsame Ausschreitungen.

Hamburg - Bei Markus Lanz* ging es am Mittwochabend (30. September) um die TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen hatte die Stimmung unter amerikanischen Journalisten eingefangen. Dort sei die Rede von einem „Zugunglück“, einer „großen Schande“ und einem „brennenden Mülleimer“. Durch ständige Unterbrechungen, Beleidigungen und persönliche Angriffe wurde das TV-Duell zu einer Schlammschlacht.

„Es war die würdeloseste Präsidentschafts-Debatte, die ich je in meinem Leben gesehen habe“, kommentierte Theveßen das Spektakel. Auch Friedemann Diederichs, USA-Korrespondent des Münchner Merkur* beschreibt das Duell als Chaos, das einen großen Verlierer hergebracht hat.

US-Wahl Thema bei Markus Lanz: TV-Duell zwischen Biden und Trump verläuft auf niedrigem Niveau

Theveßen sah Biden vorn: Zwar habe sich der ehemalige Vize-Präsident auf das niedrige Niveau Trumps herabgelassen, dennoch wundere es ihn nicht, dass Biden vorne liege, weil er sich ein bisschen anständiger verhalten habe. Umfragen nach der Debatte zeigen deutlich, dass Biden besser abgeschnitten hat als Donald Trump.

Angesichts der Tatsache, dass Trump nach der Debatte hinten liegt, vermutet Theveßen: „Er hätte sich wahrscheinlich eher einen Gefallen getan, wenn er ein Stück weit sachlicher geblieben wäre, wenn er weniger unterbrochen hätte.“ Im Kopf blieben den Zuschauern nur die Bilder der chaotischen Debatte, keine Inhalte. Zumindest vonseiten Trumps - bei Biden sieht Theveßen doch ein paar inhaltliche Punkte.

Markus Lanz: Trump vs. Biden: Chaotische Debatte - Ist Mikrofon abdrehen die Lösung?

Lanz* fragte nach, wie es zu dieser chaotischen Lage überhaupt habe kommen können. Dabei brachte er ins Spiel, ob es nicht möglich wäre, den Debattierenden das Mikrofon abzudrehen. Bisher sei das nicht Teil der Regeln des TV-Duells, erklärte Theveßen. Doch für die nächsten Debatten bis zur US-Wahl 2020* werde darüber bereits gesprochen.

Donald Trump habe sowohl dem Moderator Chris Wallace als auch Konkurrent Joe Biden „überfahren wie eine Dampfwalze“. Theveßen geht davon aus, dass das Verhalten Trumps* keine „fehlgeschlagene Strategie“. Sondern Donald Trump habe es darauf angelegt, den demokratischen Prozess zu beschädigen - auch das Vertrauen in den demokratischen Prozess zu zerstören, führte Theveßen seine Annahme aus. Das große Ziel dieses Vorhabens könnte die Ablehnung der demokratischen Wahl sein, wenn er nicht gewinnen sollte, so Theveßen.

„Das war Vorsatz“ - Trittin bei Markus Lanz über Trumps Verhalten

Jürgen Trittin, der ebenfalls Gast in der Sendung war, sieht das ähnlich. „Der gestrige Auftritt - er hat sich nicht daneben benommen - das war Vorsatz“, stellte Trittin seine Wahrnehmung klar. Trump habe damit ganz gezielt eine Situation herbeigeführt, in der er gegen das Establishment arbeite. Dies repräsentiere nicht nur Joe Biden, der schon lange in der Politik ist, sondern auch die TV-Debatten, die durch ihre Tradition Teil des politischen Establishments der USA sind.

Der ZDF-Korrespondent erwartet keinen reibungslosen, den demokratischen Regeln entsprechenden Wahlausgang. In seinen Augen rechne Trump nicht damit, die Mehrheit der Stimmen zu gewinnen. „Er geht davon aus, dass es sich am Enden darin entscheidet, ob diese Wahl als legitim zu zählen ist, ob sie anerkannt wird“, so Theveßen. Es könnte eine Situation mit Protesten auf beiden Seiten entstehen. Gerichtsverfahren würden versuchen die Lage juristisch zu schlichten. Gleichzeitig hält der Korrespondent gewaltsame Ausschreitungen für „absolut möglich“. Insgesamt sieht Theveßen damit die bewusste Herstellung eines Chaos durch Trump, „in dem er sich am Ende doch an der Macht halten kann“. Ob Theveßen mit dieser Einschätzung recht behält, wird sich am 3. November zeigen, wenn die US-Amerikaner an die Wahlurnen getreten sind, um für ihren zukünftigen Präsidenten zu stimmen. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Video: „Nationale Peinlichkeit“: Biden und Trump zum TV-Duell

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