Im TV: Lukaschenko bezeichnet Westerwelle als "Schwuchtel" 

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Gibt sich öffentlich homophob: Weißrusslands Ministerpräsident Alexander Lukaschenko.

Minsk - Das Treffen ist Monate her, trotzdem brüstet sich Weißrusslands Präsident im TV mit homophoben Äußerungen gegen Außenminister Guido Westerwelle. Der verbale Ausfall:

Weißrusslands Ministerpräsident Alexander Lukschenko hat seinem schlechten Ruf alle Ehre gemacht und ist auch noch stolz darauf: Beim Besuch des deutschen Außenministers Guido Westerwelle und seines polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski am 2. November vergangenen Jahres hatten die Politiker über die schwierige Situation von Minderheiten in Weißrussland gesprochen.

Während es dem polnischen Außenminister vor allem um die polnische Minderheit in Weißrussland ging, bezog Lukaschenko das Gesagte auf sexuelle Minderheiten. Er sagte laut Informationen der "Welt", dass er es in Ordnung fände, wenn zwei Frauen Sex haben. Wenn es allerdings zwei Männer täten, würde er sie in ein Camp schicken.

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Das sorgte bei den Außenministern für Kopfschütteln. Sie verwiesen beide mit Nachdruck auf die Grund- und Menschenrechte.

Die scheinen Lukaschenko wenig zu kümmern: Jetzt prahlte er auch noch im TV mit seinen homophoben Kommentaren. Er habe Westerwelle unter anderem geraten, "ein normales Leben zu führen". „Ich habe ihm das ehrlich gesagt und ihm dabei in die Augen geschaut“, sagte er laut "Welt"  im weißrussischen Fernsehen.  Um im Nebensatz hinzuzufügen, dass er nichts für "Schwuchteln" übrig habe. Außerdem will er Westerwelle erklärt haben, dass Homosexualität in Deutschland akzeptiert sein mag, in Weißrussland bräuchte man diese Form des Zusammenlebens nicht.

Westerwelle reagiert empört auf die erneute verbale Entgleisung. Im Gespräch mit "Welt Online" sagt er: „Herr Lukaschenko missachtet die Menschen- und Bürgerrechte des eigenen Volkes tagtäglich. Es ist gut, dass Europa geschlossen dagegen vorgeht.“

kb

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