Leichen auf den Straßen von Tripolis

Kairo - In einem von Regierungsgegner dominierten Viertel der libyschen Hauptstadt Tripolis haben am Dienstag nach Angaben von Augenzeugen zahlreiche Leichen auf den Straßen gelegen.

Der Oppositionsaktivist Mohammed Ali und ein Bewohner von Tripolis erklärten, Anhänger von Staatschef Muammar al Gaddafi hätten auf Krankenwagen geschossen. Einige Demonstranten seien auf den Straßen verblutet.

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Ali sagte in Dubai, die Bewohner von Tripolis hätten am Dienstag ihre Häuser nicht verlassen. Zuvor hätten die Anhänger Gaddafis gewarnt, dass jeder auf den Straßen erschossen werde. Westliche Medien können derzeit nicht direkt aus Libyen berichten. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

Opposition spricht von mehr als 560 Todesopfern

Seit Beginn der Unruhen in Libyen sind in dem nordafrikanischen Land nach Schätzungen der Opposition mehr als 560 Menschen getötet worden. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete am Dienstag weiter, etwa 1400 Menschen würden noch vermisst.

Gaddafi soll sich in Kaserne verschanzt haben

Staatschef Gaddafi soll sich in einer Kaserne in Tripolis verschanzt haben. Der abtrünnige Diplomat Abdulmoneim al-Honi sagte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag in einem Telefoninterview: “Er ist jetzt in Bab al-Asisijah. Das Gelände dort ist sechs Quadratkilometer groß. Außer diesem Stützpunkt gibt es jetzt nur noch zwei Kasernen, die von Gaddafi und seinen Anhängern gehalten werden.“

Al-Honi hatte Anfang dieser Woche aus Protest gegen die Gewalt des Regimes seinen Dienst als Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga in Kairo quittiert.

Eine der noch von Gaddafi-Getreuen kontrollierten Militärstütztpunkte sei die Al-Saadi-Kaserne östlich von Sirte, der Geburtsstadt des Staatschefs. “Der Rest des Landes wird jetzt von der Jugend kontrolliert“, sagte Al-Honi.

Zu dem Video, das Gaddafi in der Nacht zum Dienstag im Staatsfernsehen ausstrahlen ließ, erklärte Al-Honi lachend: “Das war mal wieder eine Merkwürdigkeit aus dem Schatz der Merkwürdigkeiten von Gaddafi.“

dapd/dpa

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