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Kosovo: Schüsse auf Polizei an Grenze zu Serbien - Pristina macht Belgrad verantwortlich

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Von: Moritz Serif

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An der Grenze zu Serbien gibt es Spannungen im Kosovo.
An der Grenze zu Serbien gibt es Spannungen im Kosovo. © Festim Beqiri/picture alliance/dpa/TV7News

Hunderte Kosovo-Serben protestieren am Grenzübergang zu Serbien. Die Nato-geführte KFOR-Schutztruppe bezeichnete die Sicherheitslage als angespannt.

Pristina - Im Norden des Kosovo ist es zu Protesten gegen eine umstrittene Grenzregelung gekommen. Hunderte Kosovo-Serben hatten Barrikaden errichtet, berichtet die AFP. Laut Polizei haben Unbekannte Schüsse auf Beamte abgegeben. Verletzt wurde allerdings niemand.

Die Regierung verurteile „die Blockade von Straßen im Norden des Kosovos“ und das Abfeuern von Schüssen durch bewaffnete Personen, hieß es in einer Mitteilung. Pristina machte Belgrad für „aggressive Handlungen“ im Laufe des Nachmittags und Abends verantwortlich

Kosovo: Grenzübergänge vorübergehend geschlossen

Die Grenzübergänge Jarinje und Brnjak wurden vorübergehend geschlossen. Pristina möchte die Regelung nun erst zum 1. September einführen. Voraussetzung sei, dass alle Barrikaden entfernt und eine komplette Freizügigkeit wiederhergestellt würden.

Die neue Regelung der kosovarischen Behörden besagt, dass ab Montag bei der Einreise keine serbischen Personaldokumente mehr anerkannt werden. Serbinnen und Serben hätten sich für einen Aufenthalt im Kosovo ein provisorisches Dokument ausstellen lassen müssen. Zudem sollten Kosovo-Serben mit serbischen Autokennzeichen diese binnen zwei Monaten durch kosovarische Kennzeichen ersetzen.

US-Botschafter bat Kosovo um Aufschub der Umsetzung

Es handele sich dabei um eine Maßnahme der Gegenseitigkeit, da Serbien von Kosovarinnen und Kosovaren bei der Einreise das Gleiche verlange, hatte der kosovarische Regierungschef Albin Kurti am Sonntag erklärt. Der US-Botschafter im Kosovo, Jeffrey Hovenier, bat die Regierung in Pristina um einen Aufschub der Umsetzung um 30 Tage. Dieser Bitte kam die Regierung am Abend schließlich nach.

Sie forderte zudem, dass am Montag „alle Barrikaden entfernt werden und die volle Bewegungsfreiheit wieder hergestellt wird“. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell begrüßte die Entscheidung Pristinas auf Twitter. Aleksandar Vucic, serbischer Präsident hatte zuvor am Sonntag erklärt, die Lage im Kosovo sei für die dort lebenden Serben und für Serbinnen „noch nie so komplex“ gewesen.

Grenze zu Serbien: Atmosphäre „am Siedepunkt“

Die Atmosphäre sei „am Siedepunkt“. Die Nato-geführte KFOR-Schutztruppe bezeichnete die Sicherheitslage im Norden des Kosovo ebenfalls als angespannt. In der ungeklärten Grenzfrage liegt die Ursache des Streits: Das Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig von Serbien erklärt, die Regierung in Belgrad hält das Kosovo aber weiter für eine abtrünnige Provinz. (mse/afp/dpa)

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