Protest

Kolumbiens Außenministerin Blum tritt zurück

Proteste in Kolumbien
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Demonstranten stehen bei einem Protest an einer Kreuzung mit Schildern und Laserpointern.

Mindestens 42 Menschen sind während der Proteste gegen geplante Reformen bereits ums Leben gekommen, 168 werden vermisst. Die Außenministerin stand zuletzt wegen ihres Krisenmanagements in der Kritik.

Bogotá (dpa) - Nach von Gewalt überschatteten Protesten regierungskritischer Demonstranten in Kolumbien hat Außenministerin Claudia Blum ihren Posten geräumt. Dies berichteten kolumbianische Medien.

Gründe für den Rücktritt wurden offiziell nicht bekannt gegeben, Berichte führten dafür unter anderem die Kritik an Blums Krisenmanagement an. Nachfolgerin wird demnach die stellvertretende Ministerin Adriana Mejía.

Seit zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen Protesten, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst. Zunächst hatten die Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform demonstriert. Wirtschaftsminister Alberto Carrasquilla trat deshalb bereits zurück. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess.

UN und EU zeigten sich alarmiert über Berichte nach denen es exzessive Polizeigewalt gegeben habe - das wies das kolumbianische Außenministerium mit scharfen Worten zurück. Kolumbien ist nach Brasilien das bevölkerungsreichste Land sowie der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Mehr als 50 Jahre herrschte ein Bürgerkrieg, 220 000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben.

2016 hatte die kolumbianische Regierung Frieden mit der Farc-Guerilla geschlossen, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus, auch aus Deutschland, boomte. Doch der Frieden ist brüchig.

© dpa-infocom, dpa:210514-99-591786/2

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