Klöckner: Islam kein Fundament unserer Gesellschaft

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In der Islam-Debatte hat sich die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, gegen die Äußerungen von Bundespräsident Christian Wulff gestellt.

Wiesbaden - In der Islam-Debatte hat sich die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, gegen die Äußerungen von Bundespräsident Christian Wulff gestellt. Ebenso wie Unions-Fraktionschef Volker Kauder.

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Der Islam sei Teil von Deutschland, aber nicht in gleicher Weise und in gleicher Art wie Christentum oder Judentum, “er ist nicht Fundament unserer Gesellschaft“, sagte Klöckner am Mittwochabend auf der Regionalkonferenz der CDU in Wiesbaden. “Wir sollten uns immer wieder auf die Wurzeln unseres christliches Menschenbildes besinnen“, fügte sie hinzu. Klöckner, die seit Kurzem auch Landeschefin in Rheinland-Pfalz ist, sagte, das Thema bewege die Basis sehr und habe mitunter sogar zu Austritten geführt. “Es ist ein Bedürfnis unserer Mitglieder in Rheinland-Pfalz, nicht nur über Minderheiten zu reden, sondern auch über Mehrheiten, die hier zuhause sind und sich hier wohlfühlen“, sagte sie. Die CDU-Landeschefin sprach sich erneut für verbindliche Sprachtests vor der Einschulung aus und betonte, der Staat müsse nicht den türkisch-sprachlichen Unterricht finanzieren. “Wir werden in die deutsche Sprache investieren“, versprach Klöckner.

Kauder nennt Wulff-Rede interpretationsbedürftig

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) hat die Islam-Äußerungen von Bundespräsident Christian Wulff kritisiert. Die Rede Wulffs mit dem Satz, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland, habe “dazu geführt, dass erklärende Interpretationen notwendig geworden sind“, sagte Kauder der “Neuen Westfälischen“ (Donnerstag).

Kauder widersprach Wulffs Einschätzung, dass der Islam zu Deutschland gehöre wie das Christentum und das Judentum. Der Maßstab für das Zusammenleben in Deutschland sei das Grundgesetz, “das auf unserem christlich-jüdischen Erbe beruht“, sagte Kauder. Er rate auch dazu, “die Religionszugehörigkeit nicht zum alleinigen Thema der Integrationsdebatte zu machen, als ließen sich alle Probleme damit erklären“, sagte Kauder. Der Islam könne nicht das Werte-Fundament der deutschen Gesellschaft bilden.

dapd/dpa

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