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„Sind mitten in der Klimakatastrophe“: 80 Milliarden Euro Schäden durch Extremwetter

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Von: Moritz Serif

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Grünen-Politiker Cem Özdemir sagt, dass die Klimakrise zur Katastrophe mutiert sei. Als Beispiel nennt er Bilder aus Südeuropa, die an „Horrorfilme“ erinnern.

Berlin – Die Klimakrise verschärft sich und mutiert mancherorts zur Katastrophe: Extremwetter und die Hochwasserkatastrophe von 2021 haben in Deutschland Schäden von mehr als 80 Milliarden Euro verursacht. Das geht aus einer veröffentlichten Prognose-Studie hervor, die das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium in Auftrag gegeben hatte.

Demnach entstand ein Großteil der Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Auch die Forst- und Landwirtschaft wurde durch Ertragsverluste schwer geschädigt. Laut Studie sind so seit 2000 mindestens 6,6 Milliarden Euro in Deutschland pro Jahr entstanden. Die trockenen Sommer 2018 und 2019 haben hohe Schäden von mehr als 40 Milliarden Euro verursacht.

Klimakrise: Schäden für biologische Vielfalt lassen sich nicht beziffern

Die Gesamtschäden stellen laut den Autorinnen und Autoren lediglich eine Untergrenze dar – tatsächliche Einbußen würden viel höher liegen, da die Studie gesundheitliche Auswirkungen und Folgen für die biologische Vielfalt noch nicht genau beziffern kann. Steffi Lemke, Bundesumweltministerin, reagierte alarmiert.

Die „Klimakatastrophe“ hat in Deutschland bereits viel Zerstörung hinterlassen (Archivbild).
Die „Klimakatastrophe“ hat in Deutschland bereits viel Zerstörung hinterlassen (Archivbild). © Boris Roessler/dpa/picture alliance

„Wir müssen und wir werden jetzt mehr in Klimaschutz und Klimaanpassung investieren, um unsere Bevölkerung besser zu schützen“. Aktuell arbeite das Ministerium an einer Klimaanpassungsstrategie und an einer nationalen Wasserstrategie. Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte, dass sich die Klimakrise weltweit zuspitze.

Lebensmittelerzeugung durch Klimakrise bedroht

Auch in Deutschland bedrohen heiße und trockene Sommer zunehmend die Lebensmittelerzeugung. Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands, warnte vor „großen Einbußen“ bei der Ernte. Mais oder Kartoffeln würden „unter den hohen Temperaturen leiden“.

Es werde „zu großen Einbußen kommen“, falls es in nächster Zeit nicht regnen sollte. Aus dem Süden Europas kämen Fotos „die ja Schreckensszenarien darstellen aus Horrorfilmen, das ist mittlerweile Realität“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. „Wir sind mitten drin in der Klimakrise, man könnte auch sagen: in der Klimakatastrophe“.

Italien hat mit einer schlimmen Dürreperiode zu kämpfen

Was Özdemir meint: Italien hat mit der schlimmsten Dürreperiode seit 70 Jahren zu kämpfen. Verona und Pisa rationieren Wasser. So darf Trinkwasser in Verona bis zum 31. August nur von 6 bis 21 Uhr zum Kochen, Trinken, Duschen und Putzen im Haushalt verwendet werden. Verboten ist es, Gärten oder Sportplätze zu bewässern oder das Auto zu waschen. (mse mit KNA/AFP)

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