Keine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel

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Die Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ist vom Tisch.

Straßburg - Die Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ist vom Tisch. Das EU-Parlament lehnte das von der Industrie heftig bekämpfte System am Mittwoch ab.

Ein Grün-Gelb-Rotes Labelsystem wurde mit den Stimmen der Konservativen gekippt. Ärzte und Verbraucherschützer hatten sich für das Ampel-Modell starkgemacht: Es sollte anhand der Farbsymbole auf einen Blick erkennbar machen, ob viel oder wenig Zucker, Fett, Eiweiß oder Salz in Fertigprodukten steckt. Statt dessen müssen künftig auf der Vorderseite der Verpackungen die Kalorien angegeben werden. In einem “Nährwertekasten“ auf der Rückseite müssen weitere wichtige Informationen über die Inhaltsstoffe stehen.

Die Ampel wäre wegen willkürlicher Schwellenwerte irreführend und wissenschaftlich nicht fundiert gewesen, begrüßte die Berichterstatterin Renate Sommer (CDU) die Entscheidung. “So hätte eine zuckerfreie Cola mit Süßstoff ein 'grün' bekommen und der naturtrübe Apfelsaft 'rot', nur weil er Fruchtzucker enthält.“ Die SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt sprach dagegen von einer “herben Enttäuschung für die Verbraucher in der EU“. Eine große Chance sei vertan worden. Nach der ersten Lesung im Parlament geht die Vorlage für die EU-Verordnung zu Verbraucherinformationen nun an den Ministerrat der 27 EU-Staaten. Dort gibt es bislang noch keine einheitliche Position.

dapd

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