Kein CDU-Ehrenvorsitz für Helmut Kohl

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Altkanzler Helmut Kohl wird seinen CDU-Ehrenvorsitz nicht mehr zurückbekommen.

Mainz - Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt stur. Zehn Jahre nach der Parteispendenaffäre soll Altkanzler Helmut Kohl seinen CDU-Ehrenvorsitz nicht mehr zurückbekommen. Grund: die Parteispendenaffäre.

Er habe sich zwar große Verdienste um Deutschland und Europa erworben, sagte CDU-Chefin Angela Merkel in einer SWR-Dokumentation laut Vorabmeldung vom Sonntag. Gleichwohl denke sie nicht darüber nach, ihm den Ehrenvorsitz wieder anzutragen. “Diese Frage stellt sich nicht mehr.“

Angesichts der Parteispendenaffäre stellte der CDU-Vorstand am 18. Januar 2000 Kohl vor die Wahl, entweder die Namen der anonymen Spender zu nennen oder seinen Ehrenvorsitz ruhen zu lassen. Der Altkanzler legte daraufhin den Ehrenvorsitz nieder und hat die Namen bis heute nicht genannt.

Im Rückblick sagt Merkel in dem Interview: “Das war für uns eine sehr schwierige Zeit, und für mich war das alles nicht sehr einfach. Aber ich glaube, es war notwendig, und die CDU kann deshalb auch mit diesem Zeitpunkt umgehen und trotzdem wieder ein gutes Verhältnis zu Helmut Kohl haben.“

“Ein sehr fürsorglicher Bundeskanzler“

Merkel würdigte zugleich die großen politischen Verdienste Kohls für Deutschland und die CDU. Er sei ein strategischer Kanzler gewesen, der oft sehr weit über den Tageshorizont hinaus geschaut habe. Die heutige Kanzlerin lobte zudem die menschlichen Qualitäten ihres früheren Förderers: “Er war ein sehr fürsorglicher Bundeskanzler. Wenn man krank war oder Probleme hatte, hat er sich immer sehr darum gekümmert. Und er wusste eigentlich, dass Politik sehr viel mit Menschlichkeit, mit menschlichem Vertrauen und menschlichem Miteinander zu tun hat.“ Die Dokumentation “Der Kämpfer - Helmut Kohl im Rückblick“ soll am (morgigen) Montag um 21.00 Uhr im Ersten ausgestrahlt werden.

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