Erneute Warnung

Lauterbach gehen Regeln nicht weit genug: Dann bleibt nur noch ein erneuter Lockdown

Für Karl Lauterbach gehen die Corona-Regeln von Bund und Ländern nicht weit genug. Der SPD-Gesundheitsexperte rechnet mit einem erneuten Lockdown.

Update vom 25. Oktober, 12.52 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat seine Warnung erneuert, dass die von Bund und Ländern getroffenen Maßnahmen und Regeln zur Eindämmung des Coronavirus nicht ausreichend seien. Daher hält er einen erneuten Lockdown in den kommenden Wochen für wahrscheinlich.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 in Düren (NRW)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

„Wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt“, sagte Lauterbach der Bild am Sonntag.

Jeder Kontakt, könne kontaminiert sein, meinte Lauterbach. Ganz egal, wo. „Es reicht allein nicht mehr, nur vorsichtig zu sein und die AHA+L-Regeln einzuhalten“, ergänzte er.

Karl Lauterbach formuliert drastische Corona-Warnung mit Blick auf Lockdown

Hamm - Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Coronavirus-Zahl nicht einen neuen Höchstwert erreicht. Erstmals seit Beginn der Pandemie ist die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 auf mehr als 10.000 verzeichnete Fälle binnen eines Tages gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilte am Donnerstagmorgen mit, dass am Vortag 11.287 neue Ansteckungsfälle erfasst wurden.

Das hat auch Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen (NRW). In NRW liegen mittlerweile acht Gebiete über der hohen Schwelle von mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Corona: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit drastischer Warnung

Die Corona-Situation in Deutschland sei „sehr ernst“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Dennoch bestehe die Chance, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen: „Wir sind nicht machtlos“, sagte er mit Blick auf das Verhalten aller Bürger. Es müssten sich mehr Menschen an die sogenannten AHA-Regeln halten.

Doch reicht das? Nahezu alle Bundesländer in Deutschland wie auch NRW haben die Corona-Regeln aufgrund der Lage verschärft. Immer wieder wurden private Feiern wie Hochzeiten als Ursache für die aktuell rasante Ausbreitung von Covid-19 genannt. Auch die Gastronomie ist betroffen, nahezu alle Hotsport-Gebiete haben eine Sperrstunde verhängt. Aber reicht das?

Corona durch Vermeiden von Feiern bremsen reicht nicht - sagt Karl Lauterbach

Nein, sagt Karl Lauterbach. Der SPD-Gesundheitsexperte schreibt auf Twitter mit Verweis auf die aktuellen Zahlen: „Leider reicht das Vermeiden von Feiern und Hochzeiten nicht mehr aus, das hätte es vielleicht vor 4 Wochen getan.“

Der Epidemiologe Lauterbach mahnt, sich selbst noch strengere Corona-Maßnahmen aufzulegen. Da reichten AHA-Regeln und das Vermeiden von privaten Feiern nicht mehr aus. Denn das „Virus ist heute schon wieder so weit verbreitet, dass jedes Gespräch/Treffen in Innenräumen eine Gefahr darstellen kann“, schreibt der SPD-Politiker: „Daher muss die Zahl der Kontakte reduziert werden.“

Karl Lauterbach angesichts der Corona-Lage: „Wenn wir das nicht schaffen, ...“

Das bedeutet für Lauterbach: „Mehr Homeoffice, weniger Freunde treffen, weniger in Restaurants, halbe Schulklassen, leerere Züge.“ Der Gesundheitsexperte verdeutlicht: „Wenn wir das nicht schaffen, kommen wir nicht aus dem Wachstum heraus, sondern gehen über die Verbindung der Cluster, Perkolationseffekt, in ein noch viel schnelleres Wachstum über.“

Dann gehe es, so Lauterbach, nur noch mit Shutdown oder Lockdown-Maßnahmen. „Darauf müssen wir uns vorbereiten“, erklärt er auf Twitter. Zuletzt hatte Lauterbach die Idee eines zeitlich begrenzten Lockdowns des Virologen Christian Drosten unterstützt. Es sei eine sinnvolle Maßnahme, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

 

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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