US-Wahlen

Paukenschlag im Weißen Haus: Trump-Beraterin Kellyanne Conway tritt zurück

Kellyanne Conway gilt als Erfinderin der „alternativen Fakten“ - der „Fake News“. Jetzt schmeißt sie hin und kommt mit einer unerwarteten Begründung daher.

+++ 10.30 Uhr: Weiterer Rückschlag für Rapper Kanye West. Der Musiker darf auch im US-Bundesstaat West Virginia nicht für die Präsidentschaft kandidieren. Dem US-Star fehlten Unterschriften, die nachweisbar von registrierten Wählern stammen. Erst vor wenigen Tagen entschieden Behörden in Wisconsin, dass West dort nicht zugelassen wird

Paukenschlag im Weißen Haus: Trump-Beraterin Kellyanne Conway tritt zurück

Update vom Montag, 24.08.2020, 07.45 Uhr: Die hochrangige US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway hat ihren Rücktritt angekündigt. Die 53-Jährige begründete dies am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter damit, dass sie sich mehr um ihre Kinder kümmern wolle. In ihrem Leben werde es künftig „weniger Drama, mehr Mama“ geben, schrieb die vierfache Mutter.

Die US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway hat ihren Rücktritt angekündigt.

Conway gehört zu den wenigen Mitarbeitern im engeren Zirkel um Donald Trump im Weißen Haus, die während dessen gesamter bisheriger Präsidentschaft im Amt war - zahlreiche andere wurden gefeuert oder warfen das Handtuch.

Die bisherige Trump-Beraterin und ihr Ehemann George Conway sind eines der interessanten "politischen" Ehepaare in Washington. Während Kellyanne Conway den Präsidenten stets mit Verve verteidigte, ist der Anwalt George Conway ein vehementer Trump-Kritiker - dabei ist er Republikaner, gehört also der Partei des Präsidenten an.

Kellyanne Conway wird nach eigenen Angaben ihren Job im Weißen Haus zum Ende des Monats abgeben, also rund zwei Monate vor der nächsten Präsidentenwahl. Mit ihrem Mann sei sie sich zwar "über vieles nicht einig, aber vereint sind wir bei dem, was am wichtigsten ist: den Kindern", twitterte sie.

Joe Biden mit „Home Run“: Trump-Sender Fox News lobt den Herausforderer

Update vom Sonntag, 23.08.2020, 12.15 Uhr: Nach seiner historischen Rede auf dem Parteitag der Demokraten gibt es massenhaft Lob für Präsidentschaftskandidat Joe Biden - sogar von dem eigentlich konservativen Fernsehsender „Fox News“. Kommentatorin Dana Perino sprach von einem „Home Run“ für Joe Biden. „Er hatte Tempo, Rhythmus, Energie, Emotion und hat geliefert.“ Wenn Biden irgendwann darauf zurückblicke, sagte sie, sei das die beste Rede seines Lebens gewesen.

Nach seiner historischen Rede gibt es sogar von „Fox News“ Beifall für Joe Biden.

Für Chris Wallace, ebenfalls von „Fox News“, war es eine „enorm effektive Rede“. Donald Trump müsse nun gegen einen Kandidaten antreten, keine Karikatur. Trumps Charakterisierung von Biden als mental fragil und „Gefangener der Linken“ habe er mit seiner Rede zerstört, lobte Wallace.

Parteitag der Demokraten: Joe Biden mit einer historischen Rede

Erstmeldung vom Freitag, 21.08.2020, 06.34 Uhr: Washington - Als finalen Akt des Parteitags der US-Demokraten hat Joe Biden die Nominierung der Partei als Kandidat für die anstehenden Präsidentschaftswahlen angenommen. Der 77-jährige ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama ist damit ganz offiziell der Herausforderer des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump (74 Jahre).

Joe Biden gegen Donald Trump: Entscheidung fällt im November

Biden will die Gunst der Wählerschaft am 3. November 2020 gewinnen und der 46. Präsident der Vereinigten Staaten werden. „Mit großer Ehre und Demut nehme ich diese Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika an“, sagte Joe Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in der bislang wichtigsten Rede seiner jahrzehntelangen politischen Karriere.

Mit viel Pathos, aber auch mit viel Energie trat Joe Biden vor die Fernsehkameras in seinem Wohnort in Wilmington im Bundesstaat North Carolina, von wo aus der Parteitag der Demokraten aufgrund der Corona-Pandemie* als digitaler Event übertragen wurde. Biden hielt eine rund 30-minütige Rede. Der mit 77 Jahren älteste Kandidat in der Geschichte der Präsidentschaftswahlkämpfe in den USA wirkte dabei aufgeräumt und voller Elan.

Joe Biden bezeichnet Präsidentschaft von Donald Trump als dunkles Kapitel der USA

Joe Biden versprach, sollte er die Wahl gewinnen, der Präsident aller Amerikanerinnen und Amerikaner sein zu wollen - nicht nur derer, die ihre Stimme für ihn abgegeben hätten. Er forderte seine Landsleute auf, mit der Abwahl von Donald Trump „das Kapitel der amerikanischen Dunkelheit“ zu beenden und den „Kampf um die Seele der Nation" anzunehmen.

Lasst uns dafür sorgen, dass die Geschichte eines Tages sagen wird: Heute ist der Anfang vom Ende des Kapitels amerikanischer Dunkelheit, als Liebe, Hoffnung und Licht sich vereinten im Kampf um die Seele dieser Nation.

Joe Biden

Ebenfalls anwesend in Wimington war Senatorin Kamala Harris*, Bidens Vize-Kandidatin für die US-Wahl 2020. Sollten sie diese für sich entscheiden, wäre Harris die erste Frau und die erste Schwarze im zweithöchsten Amt der USA.

Joe Biden spricht über Rassismus, Corona-Krise und den Klimawandel

In seiner Rede thematisierte Joe Biden auch die in den USA weiter anhaltende Corona-Krise. Er versprach, sie in den Griff zu bekommen und das Land besser auf künftige Pandemien vorzubereiten. Die wirtschaftlichen Probleme der Krise versprach er zu überwinden und die durch die Pandemie gestiegene Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Joe Biden ist ab sofort offiziell der Herausforderer von Donald Trump.

Auch die in den USA weiter vieldiskutierte „rassistische Ungerechtigkeit“ (Joe Biden) sprach der demokratische Kandidat in seiner Rede an. Kamala Harris* und er werden eine Antwort darauf geben. „Lassen sie uns den Rassismus in unserem Land überwinden“, sagte Biden. Dasselbe gelte für die Klimakrise. Auch diese „Ungerechtigkeit" werde seine Administration angehen.

Positive Reaktionen auf Antrittsrede von Joe Biden in den US-Medien

Die Antrittsrede von Joe Biden wird in den US-amerikanischen Medien fast durchweg als stark bezeichnet. Der konservative Kommentator Chris Wallace vom US-Sender Fox News* nannte Bidens Rede eine „enorm effektive Ansprache“, die „ein Loch in die Strategie von Donald Trump“ gerissen hätte. Wallace ergänzte: „Donald Trump tritt nun gegen einen Kandidaten an und nicht gegen eine Karikatur.“

Den Namen seines Rivalen erwähnte Joe Biden in seiner Rede kein einziges Mal. Donald Trump wiederum zeigte weniger Zurückhaltung, während Biden sprach. Via Twitter kommentierte Trump die Rede Bidens. „In 47 Jahren hat Joe nichts von all den Dingen gemacht, von denen er jetzt spricht“, twitterte Donald Trump gegen Ende der Antrittsrede seines Herausforderers.

Parteitag der Demokraten: Drei Ex-Präsidenten sprechen sich für Joe Biden aus

Der letzte Tag des digitalen Parteitags der Demokraten war gespickt mit Auftritten von Politikern und Prominenten. Schauspielerin Julie Dreyfus führte als Moderatorin durch den Abend. Ehemalige Konkurrenten Bidens wie der Milliardäre Michael Bloomberg und der Bürgermeister Pete Buttigieg sprachen sich für seine Wahl aus. Und gleich drei ehemalige Präsidenten unterstützten Biden per Rede: Barack Obama, Bill Clinton und Jimmy Carter.

Joe Biden, hier mit seiner Ehefrau Jill, will anstatt von Donald Trump US-Präsident werden.

Joe Biden, der von 2009 bis 2017 Vize des damaligen Präsidenten Barack Obama war, liegt in landesweiten Umfragen weiter vor Trump, auch wenn sein Vorsprung zuletzt wieder etwas geschrumpft ist. Aufgrund des komplexen Wahlsystems der Wahlmänner in den USA bleibt es aber spannend, wer am Ende die Nase vorn haben wird.

Donald Trump* wird die Nominierung der Republikaner in der kommenden Woche auf deren Parteitag annehmen. Für ihn und Biden werden dann die beiden TV-Debatten am 29. September 2020 und am 22. Oktober 2020 die nächsten wichtigen Termine. (Daniel Dillman / mit dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Albin Lohr-Jones/Pool/dpa

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