Nach Gewalteskalation im Mai

Israels Regierung schon in Nöten: „Flaggenmarsch“ schürt Sorge - „Tag des Zorns“ angekündigt

Keine zwei Tage ist Israels neue Regierung im Amt - da droht der erste massive Konflikt: Ein „Flaggenmarsch“ durch Jerusalem bereitet Sorge. Palästinenser kündigen einen „Tag des Zorns“ an.

Jerusalem - Die neue israelische Regierung um Regierungschef Naftali Bennett steht vor einer ersten schwere Bewährungsprobe. Der in der vergangenen Woche abgesagte „Flaggenmarsch“ rechter Gruppen durch die Altstadt von Jerusalem soll am Dienstag nachgeholt werden. Die Route führt auch durch ein muslimisches Viertel.

Der Aufmarsch nationalistischer Israelis schürt die Furcht vor einem erneuten Aufflammen der Gewalt in der Stadt. Palästinenser empfinden ihn als Provokation. Die beiden größten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen.

Israel: „Flaggenmarsch“ durch Jerusalem - Sorge nach Gewalteskalation im Mai

Der „Flaggenmarsch“ war vor einer Woche abgesagt worden, weil die Polizei die geplante Route, die auch durch palästinensische Viertel im von Israel* annektiertenOstteil der Stadt führen sollte, nicht genehmigte. Am Sonntagabend war nun Bennetts neue israelische Regierung im Parlament bestätigt worden - mit nur einer Stimme Vorsprung. Dies bedeutet das vorläufige Ende der Ära Benjamin Netanjahus*, der seit 2009 durchgehend im Amt war. Der Marsch wird von Unterstützern Netanjahus organisiert.

Im Mai war es zu schweren Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern in Ost-Jerusalem gekommen. Die Krawalle mündeten in eine elftägige Gewalteskalation zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Dabei wurden mehr als 270 Menschen getötet, die meisten der Opfer waren Palästinenser. (AFP/dpa/fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ronen Zvulun/afp

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