Israel stellt im Süden Raketenabwehrsystem auf

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Gaza/Tel Aviv - Als Antwort auf den ständigen Beschuss aus dem Gazastreifen hat Israel am Sonntag im Süden des Landes ein neues Raketenabwehrsystem aufgestellt.

Ein israelischer Armeesprecher in Jerusalem bestätigte, das Abwehrsystem mit dem Namen "Kipat Barsel" ("Eisenkuppel") sei in der Nähe von Beerscheva in Betrieb genommen worden. Die Wüstenstadt war vergangene Woche auch von Raketen getroffen worden. Die Armee betonte allerdings, das Abwehrsystem befinde sich noch in der Testphase. In den kommenden Tagen soll es auch auf das Gebiet um die Küstenstadt Aschkelon ausgeweitet werden.

Seit etwa zehn Tagen eskaliert wieder die Gewalt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen. Bei einem neuen israelischen Luftangriff im Norden des Palästinensergebiets wurden am Sonntag zwei Palästinenser getötet und drei weitere verletzt.

Nach Angaben der Armee handelte es sich um eine Gruppe militanter Palästinenser, die einen Raketenangriff auf Israel vorbereiteten. Der militärische Flügel der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad teilte mit, bei dem Angriff seien Mitglieder ihrer Organisation getroffen worden. Die radikale Gruppierung kündigte neue Aktionen gegen Israel an.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag: "Wir haben zwar kein Interesse an einer Eskalation, aber wir werden nicht zögern, die Macht der israelischen Armee gegen jeden einzusetzen, der unser Volk angreift."

Bewaffnete Gruppierungen im Gazastreifen - darunter auch der Islamische Dschihad - hatten sich am Samstag bei einer Sitzung in Gaza bereiterklärt, eine Waffenruhe einzuhalten, sollte Israel seine Angriffe auf das Palästinensergebiet ebenfalls unterlassen. Binnen gut einer Woche haben militante Palästinenser mehr als 90 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Mindestens zwölf Palästinenser sind in dem Zeitraum bei israelischen Luftangriffen getötet worden.

Nach Angaben des israelischen Waffenherstellers Rafael kann das neue Raketenabwehrsystem Raketen und Artilleriegschosse mit Reichweiten von bis zu 70 Kilometer innerhalb von Sekunden abfangen. Kritiker des Systems "Kipat Barsel" meinen jedoch, es sei noch nicht ausreichend getestet, zu teuer und auch nicht geeignet für den Schutz der unmittelbaren Umgebung des Gazastreifens. In diesem Gebiet sei die Vorwarnzeit einfach zu kurz.

dpa

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