Lage im Nahen Osten eskaliert

Israel trifft über 800 Ziele im Gazastreifen

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Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Die israelischen Streitkräfte haben bei ihren Luftangriffen im Gazastreifen nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Ziele getroffen.

Gaza-Stadt - Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Die israelischen Streitkräfte haben bei ihren Luftangriffen im Gazastreifen nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Ziele getroffen.

Nach Raketenfeuer der radikalislamischen Hamas bis ins Herz des jüdischen Staates haben die israelischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf den Gazastreifen am frühen Samstagmorgen weiter intensiviert. Die Luftwaffe nahm militärische Stellungen, Regierungsgebäude und Schmugglertunnel ins Visier. In der Grenzregion zog das Heer immer mehr Soldaten zusammen, was auf eine bevorstehende Bodenoffensive hindeutete.

Gewaltige Explosion

Das Militär erklärte am Samstagmorgen, allein in der Nacht habe die Luftwaffe rund 180 Angriffe geflogen. Das Innenministerium in Gaza teilte mit, die israelischen Kampfflugzeuge hätten Verwaltungsgebäude von Regierung und Polizei, Schmugglertunnel und ein dreistöckiges Wohngebäude getroffen. Aus dem Gazastreifen wurden unterdessen rund 500 Raketen auf Israel abgefeuert.

In der Nacht zum Samstag erschütterte eine gewaltige Explosion das Hauptquartier der Polizei in Gaza-Stadt. Auch das Haus eines Hamas-Kommandeurs wurde getroffen. Krankenwagen brachten Verletzte vom Ort der Detonation weg. Nach Angaben des Innenministeriums schlugen weitere Raketen in einem Regierungsgebäude und mehreren kleineren Stützpunkten der Sicherheitskräfte der Hamas ein. Zudem sei bei einem Luftangriff eine Moschee zerstört worden, teilten die Behörden im Gazastreifen mit. Nahegelegene Häuser seien von der Explosion beschädigt worden.

Im Süden des Gazastreifens griffen israelische Kampfflugzeuge Schmugglertunnel nach Ägypten an, wie Bewohner der Region berichteten. Zudem zerstörte die Luftwaffe fünf Transformatoren. Über 400.000 Menschen im Gazastreifen seien ohne Strom, teilten die Versorgungsbetriebe mit.

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Am Freitag war erstmals eine Rakete aus dem Gazastreifen nahe der israelischen Hauptstadt Jerusalem niedergegangen. Auf palästinensischer Seite kamen bei den Angriffen seit Mittwoch mindestens 30 Menschen ums Leben. In Israel wurden drei Menschen getötet.

Israel will bis zu 75.000 Reservisten zu den Waffen rufen. Verteidigungsminister Ehud Barak habe entsprechende Pläne der Streitkräfte gebilligt und dem Kabinett zur Genehmigung weitergeleitet, berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“ am Freitag. Bisher wurden 16.000 Reservisten einberufen

dapd/dpa

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