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Israel und Hamas im Krieg: Nun Eskalations-Signale auch aus Iran - UN warnt vor „unkontrollierbarer“ Krise

Auch am Wochenende laufen die gewaltsamen Attacken zwischen der israelischen Armee und der palästinensischen Hamas weiter. Die Entwicklungen im Ticker.

  • Die Kette von gewaltsamen Angriffen in Israel und im Gaza-Streifen reißt nicht ab. Am Samstagmorgen gab es erneut Luftangriffe seitens Israels auf den Gaza-Streifen, sowie palästinensische Raketen auf israelische Städte.
  • Beide Seiten kündigten bereits weitere Angriffe an (siehe Update vom 15. Mai, 21.35 Uhr).
  • Israels Luftwaffe hat nun das Haus des Hamas-Führers Sinwar angegriffen (siehe Update vom 16. Mai, 9.14 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Nahost-Konflikt wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 17. Mai, 7.20 Uhr: Eine Woche nach Beginn der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt sind bereits mehr als 200 Menschen gestorben. Israel setzte auch in der Nacht zu Montag seine Luftangriffe im Gazastreifen fort. Die Armee erklärte, Kampfjets bombardierten dort „Terrorziele“. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas feuerte ihrerseits aus dem Küstenstreifen weiter Raketen auf Israel ab.

Dabei wurden seit dem 10. Mai zehn Israelis getötet, weitere 280 wurden verletzt. Auf palästinensischer Seiten starben mindestens 197 Menschen, darunter mindestens 58 Kinder. Mehr als 1200 Menschen wurden dort verletzt. In der Nacht zu Montag warfen israelische Kampfjets dutzende Bomben über dem dicht besiedelten Küstenstreifen ab, berichteten AFP-Reporter. Hunderte Gebäude wurden nach Angaben der örtlichen Behörden zerstört, Angaben über Tote und Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Am Sonntag waren nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 40 Menschen durch die israelischen Angriffe gestorben - darunter acht Kinder. Dies war den Angaben zufolge die bisher höchste Opferzahl binnen eines Tages seit Beginn der aktuellen Gewalteskalation am Montag vor einer Woche.

Am Samstag hatte vor allem die Zerstörung eines von internationalen Medien genutzten Gebäudes durch Israel international für Empörung gesorgt. Die Armee begründete den Angriff damit, dass sich darin auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der Hamas befunden hätten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete das Gebäude im US-Sender CBS News als „perfekt legitimes Ziel“. Es seien alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um Zivilisten zu schützen.

Israel und Hamas im Krieg: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weist Kritik zurück

Update vom 16. Mai, 17.48 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu* hat Kritik wegen des Luftangriffs auf ein Hochhaus mit Medienbüros im Gazastreifen zurückgewiesen. In dem Gebäude sei „ein Geheimdienstbüro der palästinensischen Terrororganisation“ Hamas untergebracht gewesen, das Angriffe auf israelische Zivilisten organisiert habe, sagte Netanjahu dem US-Sender CBS am Sonntag. Es sei also „ein völlig legitimes Ziel“ gewesen. Anwesende in dem Gebäude seien von Israel vorgewarnt worden. Netanjanu warf der Hamas vor, Zivilisten im Gazastreifen als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen. „Wir tun unser Bestes, um zivile Opfer zu vermeiden.“ Das Gebäude war am Samstagnachmittag zerstört worden.

Die Zahl der Toten nach Angriffen Israels in der Nacht auf Sonntag in dem Küstengebiet stieg derweil nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums auf 42. Darunter seien 16 Frauen und 10 Kinder. 50 Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Augenzeugenberichten zufolge richteten sich die Angriffe gegen fünf Häuser im Westen der Stadt Gaza. Rettungskräfte versuchten weiterhin, Dutzende Eingeschlossene zu bergen, sagte der Sprecher. Nach Angaben des Ministeriums starben seit der Eskalation der Gewalt am vergangenen Montagabend 192 Menschen im Gazastreifen.

Netanjahu wies Vorwürfe zurück, Israel schütze bei den Angriffen im Gazastreifen Kinder nicht. „Das ist einfach falsch“, sagte er. „Der Grund, warum wir diese Opfer haben, ist, weil die Hamas uns kriminellerweise aus zivilen Vierteln angreift, aus Schulen, aus Häusern, aus Bürogebäuden.“

Die FDP stellte sich am Sonntag bei ihrem Bundesparteitag hinter Israel: Es stehe fest „dass Israel von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen kann und darf, wenn Raketen in Wohnhäusern einschlagen und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung in Gefahr ist“.

Israel und Hamas im Krieg: Auto-Attacke in Ost-Jerusalem - UN warnt vor „unkontrollierbarer“ Krise

Update vom 16. Mai, 16.50 Uhr: In Ost-Jerusalem sind bei einem Anschlag mit einem Auto mehrere Menschen verletzt worden. Vier Polizisten seien bei dem Angriff im Stadtteil Scheich Dscharrah verletzt worden, teilte die israelische Polizei am Sonntag mit. Die örtlichen Rettungskräfte berichteten von insgesamt sieben Verletzten.

Angesichts der Eskalation der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern hat unterdessen UN-Generalsekretär António Guterres vor einer „unkontrollierbaren“ Krise in der ganzen Region gewarnt. „Dieser sinnlose Kreislauf aus Blutvergießen, Terror und Zerstörung muss sofort beendet werden“, forderte Guterres zum Auftakt einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zum Nahost-Konflikt am Sonntag. „Das Kämpfen muss aufhören. Es muss sofort aufhören“, sagte er.

Die Gewalt, durch die binnen einer Woche fast 200 Menschen getötet wurden, sei „absolut fürchterlich“, sagte Guterres weiter. „Es hat das Potenzial, eine unkontrollierbare Krise im Sicherheitsbereich und im humanitären Bereich auszulösen und Extremismus weiter zu fördern, nicht nur in den besetzten palästinensischen Gebieten und Israel, sondern in der gesamten Region.“

Hamas feuert 3.000 Raketen ab, Israel greift 90 Ziele in Gaza an - nun Eskalations-Signale auch aus Iran

Update vom 16. Mai, 15.50 Uhr: Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden hat den Palästinensern seine Unterstützung im Kampf gegen Israels „Verbrechen“ in Jerusalem und im Gazastreifen zugesichert. Der Iran stehe „an der Seite der Nation von Palästina“ und verurteile Israel für sein Handeln „gegen alle internationalen Gesetze und Konventionen“, sagte Brigadegeneral Ismail Kaani dem Hamas-Führer Ismail Hanijeh in einem Telefonat, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Sonntag berichtete.

In einem weiteren Telefonat mit dem Chef des Islamischen Dschihad, Sijad al-Nachalah, sagte Kaani demnach, dass Teheran „das Recht der Palästinenser unterstützt, sich der Aggression und den Verbrechen des zionistischen Feindes entgegenzustellen“. Er lobte auch „die Entwicklung des palästinensischen Widerstands und seine Fähigkeiten, das Volk von Palästina zu verteidigen“.

Die Al-Kuds-Brigaden sind der für Auslandseinsätze zuständige Arm der iranischen Revolutionsgarden. Der Iran erkennt den Staat Israel nicht an. Die Unterstützung der Palästinenser ist seit der Revolution von 1979 eine wichtige Säule der iranischen Außenpolitik.

Update vom 16. Mai, 14.03 Uhr: Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern ist in den vergangenen Tagen in einem Maße eskaliert wie seit Jahren nicht mehr. Das israelische Militär teilte am Sonntagmorgen mit, es habe in den vergangenen 24 Stunden über 90 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Allein am Sonntag wurden nach palästinensischen Angaben mindestens 33 Menschen, darunter acht Kinder, durch die israelischen Angriffe im Gazastreifen getötet. Insgesamt starben demnach seit Montag 181 Menschen, darunter 52 Kinder. Mehr als 1200 Menschen wurden verletzt.

Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Küstenstreifen seit Montag rund 3000 Raketen auf Israel ab, wie das israelische Militär am Sonntag meldete. Etwa 450 stürzten demnach auf dem Gebiet des Gazastreifens ab, rund 1150 wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. In Israel wurden seit Montag zehn Menschen durch Raketenbeschuss getötet und viele verletzt.

Update vom 16. Mai, 12.24 Uhr: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock* hat die Bundesregierung aufgefordert, im Nahost-Konflikt stärker zu vermitteln. Intensive Telefondiplomatie und der Einsatz von Sonderemissären seien gefragt, sagte sie der Bild am Sonntag. „Zudem sollten hochrangige Vertreter der Bundesregierung in die Region entsandt werden, um mit engen Verbündeten ein sofortiges Ende der Gewalt zu vermitteln.“ Die Sicherheit Israels sei Teil deutscher Staatsräson, betonte sie. „Wir können dem abscheulichen Angriffen der Hamas nicht einfach zusehen.“

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat gegenüber dem Blatt indes erneut Schritte zur Deeskalation gefordert. „Israel macht von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch, um seine Bevölkerung vor dem Raketenterror der Hamas zu schützen“, sagte der SPD-Politiker der BamS. „Umso dringender braucht es nun: erstens einen Stopp des Raketenterrors, zweitens ein Ende der Gewalt und drittens die Rückkehr zu Gesprächen über konkrete vertrauensbildende Schritte zwischen Israelis und Palästinensern und eine Zweistaatenlösung.“

Eskalation in Nahost: Israelische Luftwaffe beschießt Haus von Hamas-Chef

Update vom 16. Mai, 9.14 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben das Haus von Hamas-Spitzenfunktionär Jahia Sinwar bombardiert und schwer beschädigt. Am Sonntag twitterte die Armee ein Video, in dem Rauch aus einem Gebäude aufsteigt. Der Angriff war angekündigt (siehe vorheriges Update). Ob Sinwar bei dem Anschlag getötet wurde, war zunächst unklar.

„Zu den angegriffenen Zielen gehörten das Haus von Jahia Sinwar, dem Chef des Politbüros der Hamas im Gazastreifen, und das seines Bruders Muhammad Sinwar, Logistik- und Rekrutierungschef der Hamas“, erklärte die Armee. Beide Häuser seien Teil der „militärischen Infrastruktur der Terrororganisation Hamas“ gewesen, hieß es weiter. Auch Augenzeugen berichteten der AFP von einem Angriff auf Sinwars Haus.

Israel meldet Bombardierung von Haus von Hamas-Funktionär

Sinwar war 20 Jahre lang in Israel inhaftiert, bevor er 2011 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen wurde. Der ehemalige Kommandeur des militärischen Arms der Hamas wurde erstmals 2017 zum Chef des politischen Hamas-Flügels im Gazastreifen gewählt. Im März diesen Jahres wurde er wiedergewählt. Nummer eins der Hamas ist Ismail Hanijeh, der derzeit in Katar lebt.

Nach Angaben der Armee wurden weitere Büros und Häuser wichtiger Hamas-Mitglieder attackiert, insgesamt etwa 30 Ziele. Nach palästinensischen Angaben waren es die bisher schwersten Luftangriffe im Gazastreifen. Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Küstenstreifen rund 2900 Raketen auf Israel ab. 450 von ihnen stürzten nach israelischen Angaben auf dem Gebiet des Gazastreifens ab, rund 1150 weitere wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Durch die Raketenangriffe wurden in Israel zehn Menschen getötet, unter ihnen ein Kind und ein Soldat. Mehr als 560 Israelis wurden verletzt.

Die Gefechte im Gazastreifen mit vielen Toten halten an.

Nahost-Konflikt: Israels Militär droht Hamas-Führungsriege mit gezielter Tötung - Biden schaltet sich ein

Update vom 15. Mai, 21.35 Uhr: Israels Armeesprecher Hidai Zilberman kündigte am Samstagabend an, dass in der Nacht weiter
wichtige Einrichtungen der Hamas und des Islamischen Dschihads überall im Gazastreifen angegriffen werden. Der obersten Führungsriege der Hamas drohte er mit gezielter Tötung. Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms sagte unterdessen, seine Organisation werde von Mitternacht an erneut Raketen auf Tel Aviv feuern.

Am Samstag telefonierte US-Präsident Joe Biden* mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und - zum ersten Mal seit Amtsantritt - mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Im Gespräch mit Netanjahu betonte Biden laut Weißem Haus das Recht Israels, „sich gegen die Raketenangriffe der Hamas und anderer terroristischer Gruppen im Gazastreifen zu verteidigen“. Er habe sich aber besorgt über die Sicherheit von Journalisten gezeigt. Netanjahu bedankte sich im Anschluss via Twitter bei Biden für die „bedingungslose Unterstützung“ beim Recht auf Selbstverteidigung. Im Gespräch mit Abbas hätten Biden und Abbas ihre Sorge über den Tod unschuldiger Zivilisten zum Ausdruck gebracht. Biden wolle sich für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzen, habe er Abbas versichert.

Unterdessen bekommt die palästinensische Hamas Unterstützung aus Iran zugesichert. General Ismaeil Ghani habe mit dem Hamas-Chef Ismail Hanija telefoniert und betont, dass der Kampf gegen Israel ein Kampf der gesamten islamischen Welt sei. Offenbar um die Atomverhandlungen nicht zu gefährden, hält sich Iran im aktuellen Konflikt aber eher zurück. Allerdings sagte der iranische Außenminister einen Besuch in Österreich kurzfristig ab, weil in Wien israelische Flaggen auf Regierungsgebäuden gehisst worden waren. Bei dem Besuch hätte es um die Erneuerung der Atomvereinbarung gehen sollen.

Gaza-Stadt, Palästinensische Autonomiegebiete: Dichter Rauch hängt nach erneuten Luftangriffen aus Israel am Samstagabend über der Stadt.

Nahost-Konflikt: Haus eines Hamas-Führers von Israel bombardiert

Update vom 15. Mai, 17.50 Uhr: Das Haus eines ranghohen Führers der Hamas wurde von israelischer Luftwaffe bombardiert. Über Twitter teilte die Armee mit, das Haus von Chalil al-Haja, dem Vize-Chef des Hamas-Politbüros, angegriffen zu haben. Ein Video des Angriffs wurde veröffentlicht. Das Haus habe als „Terror-Infrastruktur“ gedient, so die Einschätzung der israelischen Armee. Al-Haja habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs aber nicht in dem Haus aufgehalten.

Nahost-Konflikt: Nach Zerstörung eines Gebäudes - Hamas droht Tel Aviv weiter

Update vom 15. Mai, 16.13 Uhr: Israels Luftwaffe hat am Samstag nach Medienberichten ein 14-stöckiges Hochhaus im Gazastreifen zerstört, in dem Medienunternehmen wie Associated Press ihre Büros hatten (siehe Update vom 15. Mai, 14.34 Uhr). Die israelische Armee teilte bei Twitter mit, Kampfjets hätten ein Hochhaus angegriffen, in dem der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas über „militärische Ressourcen“ verfügt habe. „In dem Gebäude liegen Büros ziviler Medien, hinter denen die Terrororganisation Hamas sich versteckt und die es als menschliche Schutzschilde missbraucht.“ Die Hamas positioniere ihre militärischen Mittel absichtlich im Herzen dicht besiedelter Wohngebiete im Gazastreifen. Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms sagte nach der Zerstörung des Gebäudes, Tel Aviv solle sich auf eine „Antwort vorbereiten, die die Erde erschüttern lässt“.

Israel-Hamas-Konflikt: Gebäude internationaler Medien in Gaza angegriffen

Update vom 15. Mai, 14.34 Uhr: Israelische Raketen haben ein Gebäude internationaler Medien in Gaza angegriffen. In dem 14-stöckigen Hochhaus war auch die internationale Nachrichtenagentur Associated Press (AP) untergebracht. Angeblich hat das israelische Militär den Besitzer des Gebäudes angerufen und gewarnt, dass das Haus ins Visier genommen werde. Daraufhin soll er die Evakuierung des Hauses angeordnet haben. Rund eine Stunde später wurde das Gebäude getroffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur, die ihren Hauptsitz in New York hat, auf Twitter.

„Eilmeldung: Israelischer Luftangriff macht Hochhaus platt, das die Associated Press, Al-Jazeera und andere Medien in Gaza-Stadt beherbergt, etwa eine Stunde nach Evakuierungsbefehl“, twitterte AP am Samstag um 14.35 Uhr. Laut AP gibt es bisher noch keine Erklärung, warum das Gebäude gezielt zerstört wurde. In dem Gebäude arbeiteten auch Journalist:innen des katarischen Nachrichtensenders Al-Jazeera.

Ein Gebäude, in dem verschiedene internationale Medien untergebracht sind, darunter auch die Associated Press, stürzt nach einem israelischen Luftangriff ein.

Nahost-Konflikt: Zehn Menschen sterben bei Angriff auf den Gaza-Streifen

Erstmeldung vom 15. Mai, 9.53 Uhr:

Gaza/Tel Aviv/Jerusalem ‒ Am frühen Samstagmorgen hat ein israelischer Luftangriff zehn Menschen im Gazastreifen getötet. Das berichten Ärzt:innen aus dem palästinensischen Gebiet. Demnach sind acht Kinder und zwei Frauen einer Familie ums Leben gekommen. Der Angriff soll im Westen des Gazastreifens stattgefunden haben. Ein dreistöckiges Gebäude im Flüchtlingslager Al-Schati stürzte dabei ein, wie die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa mitteilte.

Obwohl es internationale Bemühungen gibt, die aktuellen Angriffe zu stoppen, dauert die Gewalteskalation im Nahost-Konflikt zwischen Israel und der Hamas* seit Tagen an. Rund 2000 Raketen wurden seit Montag aus dem Gazastreifen auf Israel* abgefeuert. Die israelische Armee hat seit Anfang der Woche rund 800 Ziele angegriffen.

Der Gazastreifen

Von beiden Seiten gab es am Samstagmorgen weitere Angriffe. In der israelischen Stadt Beerscheva im Süden des Landes sowie in Grenzorten zum Gazastreifen heulten die Warnsirenen, weil die Raketenangriffe aus den palästinensischen Gebieten fortgesetzt wurden. Das teilte das israelische Militär mit. In Beerscheva wurde nach Polizeiangaben ein Haus durch Raketensplitter getroffen. Es gebe Sachschaden, aber keine Verletzten, hieß es. Die israelischen Küstenstädte Aschkelon und Aschdod wurden erneut angegriffen. Auch die israelische Armee hat weiter Ziele im Gazastreifen angegriffen. Die Luftwaffe habe mehrere Raketenabschussrampen und zwei Kampfeinheiten der im Gazastreifen herrschenden Hamas beschossen, hieß es in der Mitteilung des Militärs.

Israel/Gaza: Palästinensische Agentur spricht von 136 Toten im Gaza-Streifen

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtet, neben dem Angriff auf das Flüchtlingslager Al-Schati seien auch bei Angriffen in Beit Lahia im Norden des Landes und an anderen Orten Menschen der Zivilbevölkerung gestorben. Laut der Agentur sind seit Montag 136 Palästinenser:innen getötet worden. Wie Israels Armee mitteilte, kamen in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage acht Menschen ums Leben. (AFP/dpa/lb)

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Rubriklistenbild: © SAID KHATIB/AFP

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