Gestürzter Präsdident

Vorwurf Massenmord: Justiz jagt Janukowitsch

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Ein Teilnehmer einer Hamburger Demo zur Unterstützung der Proteste in der Ukraine hält in Hamburg ein Plakat mit dem Gesicht Janukowitschs.

Kiew - Gegen den gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch wird wegen "Massenmords" ermittelt. Auch weitere Vertreter der bisherigen Staatsführung würden deswegen per Haftbefehl gesucht.

Das teilte der neu eingesetzte Innenminister der Übergangsregierung, Arsen Awakow, am Montag auf seiner Facebook-Seite mit. Awakow ist ein Vertrauter der früheren Ministerpräsidentin und Oppositionsführerin Julia Timoschenko, die im Zuge des politischen Umsturzes am Wochenende aus der Haft freigelassen wurde.

Bei blutigen Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern waren in der vergangenen Woche im Zentrum Kiews und in anderen Städten dutzende Menschen getötet worden. Auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz wurden Berichten zufolge zahlreiche Demonstranten mit offenbar gezielten Schüssen in Kopf und Brust getötet.

Wo ist Janukowitsch?

Janukowitsch wurde am Samstag vom Parlament für abgesetzt erklärt, sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Awakows Informationen zufolge hält sich Janukowitsch auf der prorussisch geprägten Halbinsel Krim am Schwarzen Meer auf. Der russische Auslandsrundfunk ,meldete hingegen am Montag unter Berufung auf einen ukrainischen Abgeordneten, der ukrainische Ex-Präsident halte sich in einem Kloster des orthodoxen Moskauer Patriarchats in der Ukraine auf. Eine Bestätigung liege nicht vor.

Der Ex-Präsident ist ein orthodoxer Christ. Er ließ sich im Februar 2010 unmittelbar vor seiner Vereidigung als Präsident demonstrativ vom eigens angereisten russisch-orthodoxen Patriarch Kyrill I. segnen.

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Zuletzt war der per Haftbefehl Gesuchte in der Stadt Donezk gesehen worden, von wo aus er am Samstagabend in Begleitung bewaffneter Leibwächter in einem Flugzeug das Land verlassen wollte. Grenzschützer verhinderten nach eigenen Angaben die Flucht.

afp/dpa

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