Impfpriorisierung auf dem Prüfstand

Impfgipfel: Freigabe der Impfungen für alle ab Juni - Sommerurlaub möglich?

Wann werden die Corona-Regeln für Geimpfte gelockert? Darüber beraten Bund und Länder beim Impfgipfel. Auch die Impfreihenfolge steht auf der Agenda. Die Ergebnisse.

Update vom 26. April, 21.52 Uhr: Die Entscheidung, ob Geimpfte in der Corona-Krise mehr Rechte erhalten sollen, wird laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Ende Mai fallen. In der kommenden Woche werde die Bundesregierung einen Vorschlag machen. Der Bundesrat soll am 28. Mai final entscheiden, sagte Spahn in der ARD.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83,02 Millionen (2019)
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Update vom 26. April, 18.42 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich mit Prognosen zum Sommerurlaub in diesem Jahr zurück. Die Kanzlerin verwies auf die niedrigen Infektionszahlen im vergangenen Sommer. Soweit runter müsse es nun nicht gehen, weil das Impfen helfe. „Aber wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels zu öffnen, das kann ich heute nicht sagen.“

Impfgipfel von Bund und Ländern: Erleichterungen für Corona-Geimpfte

Update vom 26. April, 18.01 Uhr: Die bisherige Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus soll nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spätestens im Juni fallen. „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach dem Impfgipfel mit den Länder-Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. 

In vielen Bundesländern seien bereits die Prioritätengruppen I und II geimpft, sagte Merkel weiter. Die Gruppe III sei geöffnet. Im Großen und Ganzen gehe man davon aus, dass diese Gruppe im Mai die erste Impfung erhalten werde, „so dass wir dann spätestens, je nachdem wie viele Impfdosen wir bekommen, ab Juni - aber ich sage nochmals: spätestens - die Priorisierung aufheben können“.

Für die immer größere Zahl Geimpfter kommen außerdem Erleichterungen bei Corona-Vorschriften in Sicht - unter anderem bei Einreisen nach Deutschland oder beim Zugang zu Geschäften. Die Bundesregierung plant dazu eine Verordnung.

Impfgipfel mit Merkel: Ende der Impfpriorisierung spätestens im Juni

Update vom 26. April, 17.45 Uhr: Die Impfreihenfolge soll nach Informationen des rnd aus den Ländern spätestens im Juni aufgehoben werden. Demnach bestehe hohe Einigkeit, die Impfpriorisierung zu ändern.

Update vom 26. April, 12.32 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Impfgipfel am Montagnachmittag davor gewarnt, in der Debatte um Lockerungen Geimpfte und Getestete gleichzustellen. „Sicherheit der Impfung ist viel robuster als die Sicherheit der Tests“, soll Angela Merkel dem Bericht zufolge in einer Schalte des CDU-Präsidiums gesagt haben.

Die Kanzlerin verwies demnach darauf, dass von Personen 14 Tage nach einer abgeschlossenen Impfung keine Gefahr mehr ausgehe. „Dann sind sie mit allen Grundrechten auszustatten“, sagte Angela Merkel. Gleiches sollte für Genesene gelten, wenn die Krankheit nicht länger als 6 Monate zurückliege.

Wie Angela Merkel wies auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf hin, dass Impfen allein nicht ausreiche, um die dritte Corona-Welle zu brechen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Israel und Großbritannien. Daher müssten die Corona-Regeln mit Abstand und Maskenpflicht weiter gelten, bis die Gruppenimmunität erreicht sei.

Corona-Impfgipfel: Mehr Rechte für Geimpfte? Bund und Länder beraten heute

[Erstmeldung] Hamm - Während immer mehr Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sind, werden die Rufe nach Lockerungen für Geimpfte lauter. Bund und Länder wollen darüber beim Impfgipfel diskutieren. Vor den Beratungen forderten Ärzteverbände und Politiker, Geimpften ihre Grundrechte zurückzugeben. Auch über die Impfreihenfolge soll beraten werden. Unter anderem CSU-Chef Markus Söder plädiert für eine frühe Aufhebung der Priorisierung. (News zum Coronavirus)

Corona-Impfgipfel: Lockerungen für Geimpfte? Bund und Länder beraten heute

Der letzte Impfgipfel im März ist nach dem Impfstopp mit Astrazeneca verschoben worden. Jetzt wollen die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder über das weitere Vorgehen bei den Corona-Impfungen beraten. Im Fokus: Lockerungen für Geimpfte und die Aufhebung der Impfpriorisierung.

„Jemandem, der geimpft, ist, seine Grundrechte weiter zu entziehen, halte ich rechtlich für sehr schwierig und medizinisch für kaum begründbar“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Rheinischen Post. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Es ist selbstverständlich und zwingend, dass Menschen, die durch ihre Impfung nicht oder nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit Überträger des Virus sein können, nicht eingeschränkt werden.“

Corona-Impfgipfel: Mehr Rechte für Geimpfte? Das ist der Plan vom Bund

Tatsächlich plant der Bund in einem ersten Schritt, zumindest Ausnahmen für Geimpfte und auch Genesene zu schaffen. In einem Entwurf des Bundesjustizministeriums für eine Verordnung ist dazu angedacht: In Geschäften und einigen anderen Bereichen sollen Geimpfte und Genesene, die nachweislich vor nicht allzu langer Zeit eine Corona-Infektion überstanden haben, so behandelt werden wie Menschen, die einen aktuellen negativen Test vorlegen.

Das betrifft etwa den Zugang zu vielen Geschäften, Kultureinrichtungen, Sport und bestimmte Dienstleistungen wie etwa den Besuch beim Friseur. Auch eine Quarantäne-Pflicht nach Einreise aus einem Risikogebiet würde entfallen. Aktuell gibt es auf der Welt bereits einige Länder, die Geimpfte für Reisen bevorzugt behandeln.

Corona-Impfgipfel: Werden bald alle geimpft? Impfpriorisierung auf dem Prüfstand

Auch die Aufhebung der Impfpriorisierung steht bei den Beratungen von Bund und Ländern auf der Agenda. CSU-Chef Markus Söder hatte am Wochenende konkret vorgeschlagen, schon im Mai alle Impfstoffe komplett freizugeben und auch Schüler ab 16 Jahren vermehrt zu impfen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte am Sonntag in der ARD, dass die Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Krankheitsbildern am Anfang sinnvoll gewesen sei. „Aber jetzt entwickelt sie sich zunehmend zu einem Zeithindernis“. Er regte an, deutlich mehr in der Arbeitswelt und in Familien zu impfen.

Ärztechef Gassen sagte zur Impfpriorisierung in der Rheinischen Post: „So wichtig diese zu Beginn war, so wichtig ist es jetzt, die Breite der Bevölkerung sehr schnell zu impfen. Herdenimmunität bekommen wir nur, wenn wir nicht nur Alte und Hochbetagte impfen, sondern vor allem die Menschen mit vielen Kontakten“

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hatte sich schon Anfang April für ein rasches Ende der Impfpriorisierung ausgesprochen. Der NRW-Ministerpräsident forderte ein Ende der Corona-Impfreihenfolge noch im Frühjahr. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

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