Dialog mit Kanzlerkandidaten gefordert

Hungerstreik vor der Wahl: Klima-Aktivisten stellen Scholz und Co. Ultimatum - „Gespräch oder Drama“

Hungerstreik in Berlin
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Ein Camp von Hungerstreikenden ist im Regierungsviertel in Berlin aufgebaut. Die Klimaaktivisten wollen die Aktion verschärfen - bis es zum Gespräch mit der Politik kommt.

Mehr als drei Wochen befindet sich eine Gruppe von Klimaaktivisten bereits im Hungerstreik. Sie fordern ein Gespräch mit Scholz, Laschet und Baerbock - und verschärfen ihren Streik.

Berlin - Vor dem Reichstagsgebäude läuft seit Ende August ein Hungerstreik. Eine Gruppe von Klimaaktivisten fordert ein öffentliches Gespräch mit den drei Kanzlerkandidaten über den Klimawandel. Erst dann werde der Streik beendet werden. Nachdem zwei der jungen Erwachsenen am Wochenende aufgegeben haben, stellt der Rest der Gruppe der Politik nun ein neues Ultimatum - manche von ihnen wollen bei Nichtbeachtung auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen.

Hungerstreik fürs Klima: „Wir wollen leben. Aber dieses System bringt uns um“

Die Klimaaktivisten riefen die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz* (SPD), Armin Laschet* (Union) und Annalena Baerbock* (Grüne) bis kommenden Donnerstag um 19 Uhr erneut zu einem Gespräch auf, wie die Gruppe am Montagmorgen mitteilte. Sollten die Politiker den Termin nicht wahrnehmen, wollen die Hungerstreikenden unterschiedlich reagieren. Einer der Aktivisten schrieb auf Twitter: „Wir wollen leben. Aber dieses System mit seiner scheinheiligen politischen Debatte bringt uns um.“ Er stellte klar: „Donnerstag 19 Uhr Gespräch ... oder Drama.“

Nicht alle Aktivisten wollen dem „trockenen Hungerstreik“ nicht folgen. „Wir Anderen treffen für uns die Entscheidung, dass es sich nicht mehr lohnt, den Kanzlerkandidat/innen noch mehr unseres wertvollen Lebens und unserer Gesundheit zu opfern, um sie diesen Test doch noch bestehen zu lassen“, hieß es. Die Organisation Greenpeace hat die Aktivisten mittlerweile dazu aufgefordert, ihren Streik zu beenden*, um die Gesundheit nicht weiter zu gefährden.

Hungerstreik in Berlin: Zwei Aktivisten brechen ab - Kanzlerkandidaten nach Wahl zu Gesprächen bereit

Unklar blieb zunächst, ob die Gruppe dennoch den Hungerstreik in der bisherigen Form fortsetzen - oder die Aktion ganz beenden wollen. Alle drei Kanzlerkandidaten hatten die Hungernden aufgefordert, ihre Protestaktion abzubrechen. Baerbock, die nach Aussage der Aktivisten zu einem Telefongespräch bereit war, kritisierte die Aktion als „falschen Weg des Dialogs“. Wenn der Streik beendet ist, seien die Politiker zu Diskussionen bereit, allerdings nach der Bundestagswahl*, einzeln und nicht öffentlich. Dieses Zugeständnis reicht der Gruppe aber offensichtlich nicht.

Die Gruppe campiert weiterhin vor dem Reichstagsgebäude. Die beiden jungen Erwachsenen, die nicht mehr mit dabei sind, brachen den Streik aus gesundheitlichen Gründen ab. Einer 19-Jährigen, die einen Tag im Krankenhaus verbringen musste, gehe es inzwischen den Umständen entsprechend gut, teilte die Gruppe am Sonntag mit. Eine 18-Jährige habe nach dem Zusammenbruch der anderen Aktivistin die psychischen Strapazen nicht mehr tragen können. Ein 27-Jähriger, der kollabiert war und inzwischen bereits zweimal im Krankenhaus behandelt werden musste, will den Hungerstreik demnach aber fortsetzen. (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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