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Nach fast drei Jahren: Festgehaltene Huawei-Finanzchefin darf Kanada verlassen - China reagiert

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Von: Katarina Amtmann

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Huawei-Finanzchefin darf Kanada verlassen
Meng Wanzhou darf Kanada nach fast drei Jahren verlassen. ©  Darryl Dyck/The Canadian Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Fast drei Jahre wurde Meng Wanzhou, Finanzchefin von Huawei, in Kanada festgehalten. Das sorgte für eine schwere diplomatisch Krise mit China. Nun wurde sie freigelassen.

Vancouver - Fast drei Jahre lang wurde die Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada* festgehalten - nun ist sie frei. Sie erzielte am Freitag eine Vereinbarung mit der US-Justiz. Ein kanadisches Gericht stellte daraufhin das Auslieferungsverfahren gegen sie ein, auch ihre Kautionsauflagen wurden aufgehoben. Meng stieg kurz darauf in ein Flugzeug nach China.* Dort wurden im Gegenzug zwei in der Volksrepublik inhaftierte Kanadier freigelassen.

Huawei-Finanzchefin in Kanada freigleassen: Weng reist zurück nach China

Die Finanzdirektorin von Huawei war im Dezember 2018 auf Betreiben der USA bei einer Zwischenlandung in Vancouver festgesetzt worden. Die 49-jährige Tochter des Unternehmensgründers Ren Zhengfei musste sich fast drei Jahre lang in einem Anwesen in der westkanadischen Stadt aufhalten. Unter anderem musste Weng eine Fußfessel tragen.

Die US-Justiz warf ihr Bankenbetrug im Zusammenhang mit den Iran-Sanktionen vor und verlangte ihre Auslieferung. Mengs Anwälte sprachen dagegen von Verfahrensmissbrauch. Die chinesische Regierung warf den USA vor, es auf das Unternehmen Huawei abgesehen zu haben.

Huawei-Finanzchefin jahrelang in Kanada festgehalten: Auslieferungsverfahren gegen Meng eingestellt

Ein US-Gericht billigte dann am Freitag eine Übereinkunft Mengs mit der Staatsanwaltschaft. Wie ein Vertreter des Justizministeriums vor einem Bundesgericht in New York sagte, wurde eine Art Bewährungsverfahren vereinbart. Die Vorwürfe gegen die Spitzenmanagerin sollen demnach ausgesetzt und im Dezember 2022 ganz fallengelassen werden, wenn Meng sich an die Auflagen hält.

Daraufhin stellte ein Gericht in Vancouver das Auslieferungsverfahren gegen Meng ein. „Ich habe die Freilassungsanordnung unterschrieben“, verkündete die Richterin Heather Holmes am Ende der kurzen Anhörung. „In den letzten drei Jahren wurde mein Leben auf den Kopf gestellt“, sagte Meng nach der Anhörung vor Journalisten. „Es war eine harte Zeit für mich als Mutter, Ehefrau und Managerin. Aber ich bin der Überzeugung, dass auf Regen Sonnenschein folgt.“ Die Zeit in Kanada sei für sie auch eine „wertvolle Erfahrung“ gewesen.

Diplomatische Krise zwischen China und Kanada: Huawei-Finanzchefin im Fokus

Mengs Festnahme hatte damals für eine schwere diplomatische Krise zwischen China und Kanada gesorgt. Wenige Tage nach Mengs Festnahme nahmen die chinesischen Behörden zwei Kanadier fest. Der Geschäftsmann Michael Spavor und der Ex-Diplomat Michael Kovrig wurden im März wegen Spionagevorwürfen vor Gericht gestellt.*

Spavor wurde im August wegen „Spionage und der illegalen Weitergabe von Staatsgeheimnissen“ zu elf Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben des kanadischen Botschafters warfen die chinesischen Behörden ihm beispielsweise vor, verbotene Fotos von Militärflugzeugen gemacht zu haben. Das Urteil gegen Kovrig stand noch aus. Beide wurden am Freitag kurz nach Mengs Freilassung aus der Haft entlassen. Wie der kanadische Premierminister Justin Trudeau bekannt gab, durften die beiden Männer direkt nach ihrer Freilassung ausreisen. Sie hätten den chinesischen Luftraum bereits verlassen und seien „auf dem Weg nach Hause“, sagte Trudeau.

Huawei-Finanzchefin in Kanada festgenommen - China reagiert mit Festnahme kanadischer Geschäftsmänner

Die Festnahme der beiden Kanadier wurde als Vergeltungsmaßnahme für die Inhaftierung Mengs in Kanada gewertet - und als Druckmittel gegen die Regierung in Ottawa. Kanada und andere westliche Staaten warfen Peking „Geiseldiplomatie“ vor.

Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikationsausrüster und führend bei der 5G-Technologie. Insbesondere die USA werfen Huawei eine zu große Nähe zu den chinesischen Behörden vor und sehen den Konzern als Gefahr für ihre Cybersicherheit. Auch in Deutschland gibt es solche Befürchtungen. (kam/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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