Talk bei Plasberg

Özil bei „Hart aber fair“ heftig attackiert: „Mitläufer einer faschistischen Regierung“

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Bei „Hart aber fair“ wurde das Thema „Özil“ diskutiert.

Während in Chemnitz der Mob auf den Straßen tobte, lud Frank Plasberg zur Diskussion zum Thema Rassismus ein - aufgehängt an der Debatte um Mesut Özil. Eine Talkrunden-Teilnehmerin griff den Sportler mit drastischen Worten an.

München - Bei „Hart aber fair“, dem Polit-Talk mit Frank Plasberg, drehte sich am Montagabend alles um die Frage: „Özil und die Folgen – Steckt in jedem von uns ein kleiner Rassist?“. Frank Plasberg hatte sich dazu Mehmet Daimagüler, Nebenkläger-Anwalt im NSU-Prozess, die Schauspielerin Shary Reeves, den SPD-Ratsherren aus Essen, Karlheinz Endruschat, den Journalisten und Amateur-Fußballer Carim Soliman und die Bloggerin und Erdogan-Kritikerin Tuba Sarica eingeladen. 

Besonders vor dem Hintergrund der rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz am Wochenende und der weiterhin aufgeheizten Stimmung im Land ein wenig gelungener Ansatz, um das Thema Rassismus anzugehen. Vielleicht auch deshalb sparte Plasberg das deutschlandweit derzeit meist diskutierte Thema zunächst aus. 

Auch bei Twitter wurde die Sendung kontrovers kommentiert. Mehrere User fanden es angesichts der Ereignisse in Chemnitz nicht in Ordnung, darüber zu diskutieren, ob es in Deutschland Rassismus gibt.

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Recht flapsig moderierte Plasberg nun also das Thema „Özil“ an („Deutschland hat nach Özil eine Rassismus-Debatte an der Backe“) und ging dann über zu Fragen, wie: „Gibt es wirklich die tägliche Ausgrenzung in der Schule und im Job?“, die schon sehr häufig diskutiert und mittels Statistik recht schnell abgehandelt wären.

Daimagüler in „Hart aber fair“ über Özil: „So naiv kann er nicht sein“

Mehmet Daimagüler verlangte in der Özil-Debatte mehr Differenzierung. Trotzdem gab Daimagüler den Kritikern teilweise recht: „So naiv kann er (Özil, Anm.d.R .) nicht sein, dass er sich kurz vor einer wichtigen Wahl mit Erdogan ablichten lässt, und dann nicht erwartet, kritisiert zu werden“, so der Anwalt. Doch die Art und Weise, wie Kritik an dem Fußballer geübt worden sei, sei nicht in Ordnung. Er nennt als Beispiel ein verunglimpfendes Meme der Nationalmannschaft, das in den sozialen Medien hundertfach geteilt wurde mit der Bildunterschrift „25 Deutsche und zwei Ziegenfi***.

Die Bloggerin Tuba Sarica hakte sofort ein: „Da begeistert sich ein in Deutschland geborener und aufgewachsener für einen faschistischen Islamisten und die Schlussfolgerung, die wir ziehen, ist: ‚Wie rassistisch ist Deutschland?‘“ Diese Logik sei falsch. Ein harter Einstieg in eine Diskussion, in der es noch so manche Tiefschläge geben sollte. 

Wie zum Beispiel durch den SPD-Politiker aus Essen, der sich darüber beschwerte, von der „Empörungsindustrie“ - übrigens ein Wort, das in rechten und rechtspopulistischen Kreisen häufig verwendet wird - zum Rassisten gemacht worden zu sein. Er erlangte unter anderem Berühmtheit durch seine Kritik an nicht-deutschsprachigen Kindergartenkindern. Außerdem stellte er die rhetorische Frage in den Raum, wie gut oder schlecht es einem kleinen Stadtteil tun würde, vier Moscheen zu haben.

Aber zurück zum Thema: Die Debatte um Özil. Dazu hatte die Bloggerin Tuba Sarica einiges zu sagen: Sie bezeichnet den Sportler als „Mitläufer einer faschistischen Regierung“. Er könnte doch als Deutscher nicht mit ansehen, wie sich die schreckliche Vergangenheit der Deutschen in einem anderen Land wiederhole. Deutliche Worte einer Deutsch-Türkin.

Die ganze Sendung können Sie sich hier noch einmal ansehen. 

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