Einreise- und Kontensperre

Hackerangriff auf den Bundestag: EU verhängt nach Cyber-Attacke Sanktionen gegen Russland

Wegen des bislang größten Cyber-Angriffs gegen den Bundestag hat die EU Sanktionen gegen Russland verhängt. Kürzlich war das Land wegen weiterer Angriffe ins Visier geraten.

Brüssel – Wegen eines massiven Cyber-Angriffs auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015 hat die EU neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Sie treffen den Leiter des Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, sowie den Geheimdienstoffizier und Hacker Dmitri Badin. Zudem wurde eine für Cyber-Angriffe zuständige Stelle des Militärgeheimdienstes GRU auf die EU-Sanktionsliste gesetzt.

Zudem beziehen sich die Strafen laut dem Amtsblatt der Europäischen Union vom Donnerstag auf eine für Cyberangriffe verantwortlich gemachte Militäreinheit. Für die Betroffenen gelten im Rahmen der Sanktionen nun Einreiseverbote. Zudem kann die EU Vermögenswerte einfrieren.

Hackerangriff auf den Bundestag: Merkel sprach von „harten Evidenzen“ für Beteiligung Russlands

Bei der bislang größten Cyber-Attacke gegen den Bundestag war auf mehreren Computern in Abgeordnetenbüros eine Spionagesoftware installiert worden. Auch Rechner im Bundestagsbüro von Kanzlerin* Angela Merkel (CDU) waren bei dem Angriff im April und Mai 2015 betroffen. Um die Software zu entfernen war es nötig, das IT-System des Parlaments vollständig zu generalüberholen. Die Ermittlungsergebnisse des Generalbundesanwalts enthielten laut Merkel* „harte Evidenzen“ dafür, dass Russland an dem „ungeheuerlichen“ Vorgang beteiligt war.

Im Juli hatte die EU bereits erste Sanktionen gegen Hacker aus Russland sowie China ausgesprochen. Gegen sechs Menschen wurden Strafmaßnahmen verhängt. Weitere Sanktionen richteten sich gegen zwei Unternehmen aus China und Nordkorea sowie ein russisches* Geheimdienstzentrum.

Die EU begründete diese Sanktionen mit den Cyber-Attacken, bei denen Computer mit den Schadprogrammen WannaCry und NotPetya infiziert und Lösegelder gefordert wurden. Unter anderen waren auch die digitalen Anzeigen an Bahnhöfen in Deutschland betroffen. (dpa/afp) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Arne Immanuel Bänsch

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