Guttenberg: Man kann "von Krieg reden"

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach dem tödlichen Gefecht in der Nähe von Kundus von Krieg in Afghanistan gesprochen.

Bonn - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat nach dem tödlichen Gefecht in der Nähe von Kundus von Krieg in Afghanistan gesprochen.

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“Auch wenn es nicht jedem gefällt, so kann man angesichts dessen, was sich in Teilen Afghanistans abspielt, umgangssprachlich von Krieg reden“, sagte Guttenberg am Sonntag in Bonn. Guttenberg sprach den Angehörigen der am Karfreitag getöteten Bundeswehrsoldaten sein Beileid aus. Zugleich zeigte er Mitgefühl mit den am Rande der Gefechte versehentlich durch Bundeswehr-Beschuss getöteten afghanischen Soldaten. Guttenberg hatte seinen Osterurlaub in Südafrika wegen der Ereignisse in Nordafghanistan abgebrochen.

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Der Vorfall werde jetzt intensiv untersucht, berichtete der Minister. Er nannte es “ausgesprochen ärgerlich, wenn so etwas passiert“. “Wir bleiben in Afghanistan“, stellte Guttenberg klar. Die deutschen Soldaten leisteten ihren Dienst dort nicht umsonst. Sie setzten sich vielmehr für die Sicherheit in einer Region ein, deren Befriedung der Welt zu gute komme. Ziel seiner Politik sei es, die Bundeswehr so gut wie möglich auszurüsten und zu sichern, damit sie bei allen Gefahren ihre Arbeit in Afghanistan fortführen könnten.

Bundeswehr-Ausrüstung: Guttenberg kontert Kritik

Guttenberg hat Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehrtruppen in Afghanistan zurückgewiesen. “Man sollte mit pauschalen Urteilen darüber was fehlt, sehr zurückhaltend sein“, sagte er. Die Talibangruppen, die am Karfreitag bei Kundus die Bundeswehr in ein schweres Gefecht verwickelt hatten, seien äußerst professionell vorgegangen. Die Bundeswehr habe Aufklärungsmittel vor Ort gehabt und diese auch eingesetzt. “Es versteht sich, dass wir untersuchen werden, ob alles bestens gewährleistet war.“

Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat hatte in einem Interview mit “Welt am Sonntag“ kritisiert, die Soldaten seien nicht mit den nötigen modernen Aufklärungssystemen ausgerüstet. Guttenberg entgegnete: “Wenn sich ein Gegner lange genug in einem Graben tarnt, dann können sie noch so oft eine Drohne (unbemanntes Aufklärungsflugzeug) darüber fliegen lassen und werden ihn im Zweifel nicht erkennen.“ Bei den stundenlangen Kämpfen waren am Karfreitag drei Bundeswehrsoldaten getötet und acht weitere Soldaten verletzt worden.

dpa

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