Grüne: Wahlen sind Abstimmung über  Atomzeitalter

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Große Windparks müssten mit neuen Trassen angebunden, dezentrale Anlagen vermehrt werden. Schwarz-Gelb halte an Kernkraft fest, sagte Parteichefin Claudia Roth.

Mainz/Stuttgart - Die Grünen haben die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zur Abstimmung über die Zukunft der Atomkraft in Deutschland erklärt.

“Wenn Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg verliert, wird das der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft (von Kanzlerin Angela) Merkel sein“, sagte Bundestags-Fraktionschef Jürgen Trittin bei einem kleinen Parteitag am Samstag in Mainz. Zudem gelte: “Das ist die Abstimmung darüber, wie schnell das Atomzeitalter in Deutschland endet.“ Nun müssten verlässlich Voraussetzungen geschaffen werden für einen Komplettausstieg schon bis Ende der kommenden Wahlperiode im Bund 2017.

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Dafür müsse mehr Geld in Gebäudesanierung gepumpt werden. Dann könne mehr Gas genutzt werden zum Ausgleich bei Strom- Schwankungen durch erneuerbare Quellen, so Trittin. Große Windparks müssten mit neuen Trassen angebunden, dezentrale Anlagen vermehrt werden. Schwarz-Gelb halte an Kernkraft fest, sagte Parteichefin Claudia Roth. “Deswegen ist diese Bundesregierung ein Sicherheitsrisiko in diesem Land.“ Baden-Württembergs Spitzenkandidat Winfried Kretschmann versprach, Voraussetzungen für einen Schnellausstieg in seinem Land zu schaffen.

Er könnte jüngsten Umfragen zufolge Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) ablösen. “Wer, wenn nicht unser Bundesland, soll in eine neue grüne Richtung gehen, die die Grundlagen dafür schafft, dass wir nicht nur schnell aus der gefährlichen Atomenergie aussteigen, sondern dass wir auch die Chancen nutzen, die darin liegen“, sagte Kretschmann. Er kündigte einen Masterplan für grüne Branchen und ein Ende der “Blockade der Windkraft“ an.

dpa

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