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Grönland: Will Donald Trump die größte Insel der Welt kaufen?

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Viele Eisberge, wenige Einwohner: Donald Trump überlegt, Grönland zu kaufen.

Grönland ist die größte Insel der Welt und strategisch günstig gelegen. Offenbar hat das auch Donald Trump erkannt. Nach Berichten denkt er darüber nach, Grönland für die USA zu kaufen. Es wäre nicht der erste Versuch der USA.

Es ist die größte Insel der Welt und hat eine sehr geringe Bevölkerungsdichte: Grönland. Nun hat die Insel, die ein autonomer Bestandteil Dänemarks ist, die Aufmerksamkeit Donald Trumps geweckt. Der US-Präsident denkt laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ darüber nach, die Insel zu kaufen.

Trump habe über den möglichen Kauf Grönlands gesprochen, habe es aber nicht ernst gemeint, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen anonymen Trump-Vertrauten. Ein ebenfalls anonymer Angestellter berichtete demnach, dass Trump das Thema eines Grönland-Kaufs in Gesprächen so oft angesprochen habe, dass sie sich darüber gewundert hätten - doch auch sie hätten das Thema nicht ernst genommen. Andere Berater hätten jedoch eine ernsthafte Absicht hinter Trumps Worten erkannt, so das „Wall Street Journal“.

Will US-Präsident Donald Trump Grönland kaufen?

Ob Trump einen Kauf Grönlands ernsthaft in Erwägung zieht oder nicht, ist derzeit nicht klar. Zuzutrauen wäre es Trump - vor allem auch vor dem Hintergrund, dass es nicht der erste Versuch der USA wäre, Grönland zu erwerben: 1946 hatte der damalige US-Präsident Harrry Truman versucht, Grönland für 100 Millionen Dollar von den Dänen zu erstehen. Die USA blitzten damals jedoch ab. Schon Jahre vorher - 1917 - erwarben die USA die Inseln, die heute amerikanische Jungferninseln heißen, von den Dänen.

Donald Trump denkt offenbar darüber nach, Grönland zu kaufen.

Im Nordwesten Grönlands haben die USA mit der Thule Air Base eine große Militärbasis, die seit 1951 besteht und im Kalten Krieg als Flugplatz strategisch wichtig war. Grönland insgesamt hat große strategische Bedeutung: Die Insel hat einen Zugang zur Arktis, außerdem geht es um Rohstoffe wie Öl und um neue Schifffahrtsrouten, die durch das Schmelzen des Eises durch den Klimawandel entstehen. Auch die Nähe zu Russland und chinesische Interessen in der Region sind für die USA ein Grund für Interesse an Grönland.

Donald Trump interessiert sich für Grönland - offizielle Stellungnahme gibt es nicht

Eine Stellungnahme des Weißen Hauses oder Dänemarks steht noch aus, auch über die Höhe eines möglichen Angebots ist nichts bekannt. Der ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen reagierte auf Twitter: „Das muss ein Aprilscherz sein“. Der außenpolitische Sprecher der dänischen Sozialliberalen, Martin Lidegaard, schrieb auf Twitter, bei der Kaufidee handele es sich hoffentlich um einen Witz. Andernfalls sei dies „ein schrecklicher Gedanke mit dem Risiko einer Militarisierung Grönlands“. Donald Trump dürfte bald Gelegenheit haben, das Thema anzusprechen: Anfang September reist der US-Präsident zu einem Staatsbesuch nach Kopenhagen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die USA eine strategisch wichtige Region kaufen: 1867 bezahlten die USA 7,2 Millionen US-Dollar an das klamme russische Reich und erhielten dafür eine Fläche von etwa 1,6 Millionen Quadratkilometern: Alaska. Im Jahr 1959 wurde Alaska dann der 49. Bundesstaat der USA.

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