Linke-Chef setzt auf Rot-Rot-Grün

Gysi: "Es geschehen Zeichen und Wunder"

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Gregor Gysi

Saarbrücken - Linke-Fraktionschef Gregor Gysi setzt langfristig auf eine rot-rot-grüne Bundesregierung. Vielleicht nicht bei der nächsten Bundestagswahl, so Gysi - aber vielleicht danach.

„Es geschehen auch Zeichen und Wunder, vielleicht geschieht ja gleich nach dem 22. September etwas. Aber das halte ich nicht für sehr wahrscheinlich“, sagte Gysi am Rande einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Saarbrücken der Nachrichtenagentur dpa.

Er hoffe darauf, dass nach der Bundestagswahl in der SPD eine Diskussion über ihren Kurs einsetze, die auch die Möglichkeit zu einem Zusammengehen mit der Linkspartei eröffne. „Klar, wir müssen auch Schritte machen, aber die großen Schritte muss die SPD machen.“ Die Linke hatte in einem am Samstag bekanntgewordenen Papier zehn konkrete Bedingungen für ein rot-rot-grünes Bündnis formuliert.

In seiner Wahlkampfrede sagte Gysi, dass die Linke etwa einem Beschluss zur Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde zustimmen würde und dieser dann schrittweise angehoben werden könnte. Die Linke selbst fordert mindestens 10 Euro pro Stunde. Gleichzeitig machte Gysi deutlich, dass die Frage nach Krieg und Frieden nicht verhandelbar sein. Das könnte einer der Knackpunkte für eine Koalition mit der SPD werden, müsse es aber nicht sein.

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Am Samstag wollte der frühere Linke-Parteichef Oskar Lafontaine zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der NRW-Spitzenkandidatin und Vize-Parteichefin Sahra Wagenknecht, bei einer Wahlkampfveranstaltung in Düsseldorf auftreten. Gysi zeigte Verständnis für Lafontaines Entscheidung, im Saarland keine Wahlauftritte zu absolvieren. „Aber mir gefallen auch nicht alle Kandidaten, und ich gehe trotzdem hin.“

dpa

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