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Gewalt in Sachsen: Brandanschlag auf Geflüchtetenunterkunft in Leipzig

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Von: Sandra Kathe

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Ein Plattenbau in Leipzig, der bis zu 225 Geflüchteten Platz bietet wurde in der Nacht zu Samstag von Unbekannten mit Brandsätzen angegriffen.
Ein Plattenbau in Leipzig, der bis zu 225 Geflüchteten Platz bietet wurde in der Nacht zu Samstag von Unbekannten mit Brandsätzen angegriffen. © Sebastian Willnow

Während in Rostock Tausende der rassistischen Angriffe vor 30 Jahren gedenken, haben Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Leipzig verübt.

Leipzig – In der Nacht zum Samstag haben Unbekannte nach Angaben des sächsischen LKA mehrere Brandsätze auf die Hauswand einer Geflüchtetenunterkunft in Leipzig geworfen. Dank dem schnellen Eingreifen von Sicherheitsleuten wurde durch den Anschlag niemand verletzt und nur geringer Schaden angerichtet. Die Symbolik der Tat ist vor dem Hintergrund des Jahrestags der rechtsextremen Angriffe auf Unterkünfte in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren dennoch alarmierend.

Zu den Menschen, die den Brandanschlag verübt haben, sowie zum Tatmotiv hat die Polizei noch keine Angaben gemacht. Ein politischer Hintergrund der Tat könne jedoch nicht ausgeschlossen werden. Das Ermittlungsteam rief die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Beobachtungen zu melden.

Brandanschlag auf Geflüchtetenunterkunft in Sachsen: LKA ermittelt

Sachsens CDU-Innenminister Armin Schuster zeigte sich schockiert über den Vorfall. Es sei ein Alarmzeichen, „dass solch menschenverachtende Straftaten nicht der Vergangenheit angehören“. Infolge des Anschlags hat das sächsische Innenministerium eine verstärkte Bewachung von Geflüchtetenunterkünften im Land angeordnet.

Die Unterkunft im Stadtteil Lausen-Grünau bietet laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur Platz für 225 Menschen.

Angriff auf Asylunterkunft: Erinnerung an Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen

Der Angriff ereignete sich am Ende einer Woche, in der vielfach an die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren erinnert wurde. Im August 1992 hatten Anwohner und Neonazis unter dem Applaus Tausender Schaulustiger die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter angegriffen und teils in Brand gesetzt.

Vor dem Hintergrund des Jahrestags demonstrierten am Wochenende Tausende in Rostock gegen das Vergessen der rechtsextremen Gewalttaten vor 30 Jahren. (ska mit dpa)

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