Gauck und Wulff: Treffen unter vier Augen

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Christian Wulff und Joachim Gauck wollen Bundespräsident werden.

Berlin - Die beiden Bewerber für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck und Christian Wulff, haben sich kürzlich zu einem vertraulichen Gespräch getroffen.

Gauck, den SPD und Grüne nominiert haben, sagte der “Bild am Sonntag“, er habe sich kürzlich “unter vier Augen“ mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten getroffen. Er habe den CDU-Politiker als “angenehm“ erlebt und halte ihn für einen geeigneten Bundespräsidenten. “Er ist auf seine Weise geeignet, wie ich auf meine Weise geeignet bin“, so Gauck.

Christian Wulff: Der Kandidat im Porträt

Christian Wulff: Der Kandidat im Porträt

Zugleich wies der frühere DDR-Bürgerrechtler Vorwürfe zurück, SPD und Grüne hätten ihn nur nominiert, um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ärgern. Auf die Frage, ob er sich von Rot-Grün missbraucht fühle, sagte er: “Wenn ich den Eindruck gewonnen hätte, dass man mich ausschließlich nominiert hätte, um andere verlegen zu machen, dann hätten Sie recht.“ Zahlreiche Signale aus Union und FDP sowie von Bürgern und Öffentlichkeit brächten ihn aber zu der Überzeugung, “dass meine Kandidatur Sinn macht“.

Joachim Gauck: Der Kandidat im Porträt

Joachim Gauck: Der Kandidat im Porträt

Gauck ließ zugleich Zweifel erkennen, dass er von SPD und Grünen auch dann nominiert worden wäre, wenn beide Parteien in der Bundesversammlung eine Mehrheit hätte: “Meine Intelligenz reicht aus, um taktische Vorhaben zu durchschauen. Aber meine Unhöflichkeit ist nicht so groß, dass ich diejenigen, die mich nominiert haben, jetzt so interpretiere.“

Bei der Wahl in der Bundesversammlung am 30. Juni lehnt Gauck auch Stimmen von der Linkspartei nicht ab. “Jeder, der die politische Aufklärung so liebt wie ich, ist mir willkommen.“ Eine Aufforderung an die Wahlleute der Linkspartei, ihn nicht zu wählen, will er nicht aussprechen: “Ich gehöre nicht zu denen, die die Würde von Wahlfrauen und -männern missachten.“ Außerdem glaube er, dass er auf Unterstützer aus der Linkspartei nicht angewiesen ist. “Ich denke, dass die Stimmen, die ich für einen Erfolg brauche, von FDP und Union kommen werden. Denn deren politischen Wertvorstellungen stehe ich sehr viel näher“, sagte Gauck.

dpa

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