Viertägiger Besuch im Vatikan

Gauck trifft den Papst

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Bundespräsident Joachim Gauck hat einen viertägigen Besuch des Vatikans und Kroatiens begonnen.

Rom - Deutscher Präsident beim deutschen Papst: Erstmals reist Joachim Gauck zu einem offiziellen Besuch in den Vatikan. Bei der Privataudienz treffen auch ein evangelischer und ein katholischer Theologe aufeinander.

Bundespräsident Joachim Gauck hat einen viertägigen Besuch des Vatikans und Kroatiens begonnen. Am Donnerstag empfängt ihn Papst Benedikt XVI. zu einer Privataudienz. Während des Gesprächs mit dem deutschen Papst soll es unter anderem um die aktuelle Situation in Europa gehen, hieß es aus dem Präsidialamt. Auch der 500. Jahrestag der Reformation 2017 könnte Gesprächsthema zwischen Benedikt und dem evangelischen Theologen Gauck sein - die Katholiken wollen das historische Ereignis, das die Kirchenspaltung nach sich zog, im Gegensatz zu den Protestanten nicht groß feiern.

Dem Bundespräsidenten sei daran gelegen gewesen, möglichst früh in seiner Amtszeit mit Papst Benedikt zusammenzutreffen, wurde betont. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte im vergangenen Jahr Deutschland besucht, damals hieß der erste Mann im Staat noch Christian Wulff. Zuletzt war Gaucks Vor-Vorgänger Horst Köhler vor genau drei Jahren im Vatikan.

Gauck reist alleine nach Rom. Seine Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet ihn diesmal nicht. Im Präsidialamt hieß es dazu, es habe keinerlei Weisung oder Empfehlung des Vatikans gegeben. Es war aber auch berichtet worden, ein gemeinsamer Auftritt des unverheirateten Paares hätte als Verstoß gegen das strenge Protokoll des Kirchenstaates empfunden werden können.

Nach der Audienz in der Privatbibliothek spricht der Bundespräsident auch mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, dem Regierungschef des Vatikans. Dabei dürfte es um internationale Fragen wie den Nahostkonflikt gehen. Auch ein Besuch am Grab des polnischen Papstes Johannes Paul II. ist vorgesehen.

Am Donnerstagabend fliegt Gauck nach Zagreb weiter. Dort trifft er am Freitag mit dem kroatischen Staatspräsidenten Ivo Josipovic und mit Regierungschef Zoran Milanovic zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht voraussichtlich der geplante EU-Beitritt Kroatiens im Juli 2013. Gauck will seine Gesprächspartner ermutigen, die bis dahin noch notwendigen Reformen umzusetzen. Am Samstag kehrt Gauck nach Berlin zurück.

dpa

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