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Gas-Umlage: Verbraucher müssen bald deutlich mehr zahlen

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Von: Daniel Großert

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Die Energiekosten steigen weiter: Verbraucher müssen sich wegen der geplanten Gas-Umlage auf heftige Mehrkosten einstellen.

Hamm - Die Preise sind in vielen Bereichen des Lebens zuletzt teils deutlich gestiegen. Vor allem bei der Energie müssen Verbraucher aus Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland tiefer in die Tasche greifen. Doch es kommt noch dicker: Durch eine neue Gas-Umlage müssen Bürger in Zukunft noch mehr zahlen.

NameRobert Habeck
Geboren2. September 1969, Lübeck
ParteiBündnis 90/Die Grünen

Gas-Umlage kommt: Verbraucher müssen bald deutlich mehr zahlen

Wie hoch die Gas-Umlage letztendlich sein wird, ist noch nicht klar, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) soll sie aber zwischen 1,5 und 5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Er rechnet damit, dass Kosten von mehreren hundert Euro auf jeden Haushalt zukommen. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden kämen je nach Höhe der Umlage zwischen 300 und 1000 Euro Mehrkosten zusammen. Damit würde die Energiepauschale von 300 Euro, die auch noch versteuert werden muss, komplett verpuffen.

Die Gas-Umlage soll dem RND-Bericht zufolge voraussichtlich zum 1. Oktober 2022 in Kraft treten und für alle Gaskunden in Deutschland (Privathaushalte und Firmen) gelten. Geplant ist, dass die Umlage eineinhalb Jahre - also bis März 2024 - bezahlt werden muss.

Doch warum wird die Gas-Umlage überhaupt eingeführt? Damit soll verhindert werden, dass Gasversorger wegen der extrem gestiegenen Einkaufspreise pleite gehen - was wiederum die Gasversorgung im kommenden Winter gefährden würde. „Ohne sie wären Gasversorgungsunternehmen in der gesamten Lieferkette gefährdet“, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Gas-Umlage: Unternehmen dürfen hohe Einkaufspreise an Kunden weitergeben

Aktuell müssen die Gasimporteure die durch die Drosselung russischer Lieferungen gestiegenen Einkaufspreise noch selbst tragen. Ab Oktober könnten sie die höheren Beschaffungskosten dann über die Gas-Umlage an ihre Kunden weiterreichen. In früheren Plänen war von bis zu 90 Prozent die Rede. Die entsprechende Rechtsverordnung auf Grundlage des Energiesicherungsgesetzes soll in Kürze von der Bundesregierung verabschiedet werden.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Habeck könnten alle Unternehmen die Gas-Umlage einführen, die ausbleibendes Gas aus Russland ersetzen müssten. „Das wird dann aber natürlich nachgewiesen werden müssen und es wird auch nachgerechnet werden. Also wir werden verhindern, dass da irgendein Schmu passiert“, sagte der Grünen-Politiker. Der 52-Jährige erklärte auch, dass es für die Verbraucher, die wegen der höheren Kosten an die Armutsgrenze rutschen, Entlastungen geben werde. Details nannte Habeck aber nicht.

Der Wirtschaftsminister rief im Zusammenhang mit der Gas-Umlage erneut dazu auf, Energie zu sparen. „Wir alle können einen Beitrag leisten und wir alle leisten ja einen Beitrag, außer wir verschließen die Ohren und die Augen“, sagte er. Tatsächlich können Verbraucher mit einigen Tipps Gas und somit bares Geld sparen.

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