1. come-on.de
  2. Politik

Einigung bei Gasumlage: Nächster Kosten-Schock droht ab Oktober

Erstellt:

Von: Simon Stock

Kommentare

Die staatliche Gasumlage kommt. Verbrauchern in Deutschland droht ab Oktober der nächste Preisschock. Die Mehrkosten werden drastisch ausfallen. 

Hamm - Die Energiekosten steigen und steigen. Ab Oktober 2022 kommt nun der nächste Preisschock für Verbraucher in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland. Ab dann gilt die staatliche Gasumlage, mit der die ohnehin drastisch gestiegenen Energiekosten für Haushalte noch einmal deutlich höher werden.

NameRobert Habeck
Geboren2. September 1969, Lübeck
ParteiBündnis 90/Die Grünen

Gasumlage kommt: Verbraucher müssen bald mehr zahlen

Die Bundesregierung hat sich am Donnerstag (4. August) auf eine Verordnung zur staatlichen Gasumlage geeinigt, die ab Herbst zu Preissteigerungen für die Gaskunden führt. „Sie ist kein leichter Schritt, aber sie ist nötig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und in der Wirtschaft zu sichern“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Berlin. Die Gasumlage müsse von weiteren Entlastungen für Verbraucher begleitet werden. 

Wie hoch die Gas-Umlage sein wird und wann genau sie wie bei den Verbrauchern ankommt, ist noch nicht klar. Die Höhe der Umlage soll erstmals bis zum 15. August 2022 ermittelt werden. Nach Angaben Habecks soll sie zwischen 1,5 und 5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Er rechnet damit, dass Kosten von mehreren hundert Euro auf jeden Haushalt zukommen.

Gasumlage: Mehrkosten von mehreren hundert Euro

Das Vergleichsportal Verivox errechnete für diese Spanne für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden Mehrkosten zwischen 89 und 298 Euro. Ein typischer Pärchen-Haushalt würde demnach mit 214 bis 714 Euro belastet, eine Familie im Einfamilienhaus mit 357 bis 1190 Euro. Damit würde die Energiepauschale von 300 Euro, die auch noch versteuert werden muss, komplett verpuffen. Viele Menschen sind betroffen, denn etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Die Gasumlage tritt am 1. Oktober 2022 in Kraft und gilt für alle Gaskunden in Deutschland (Privathaushalte und Firmen). Sie wird wahrscheinlich erstmals im November/Dezember auf den Rechnungen ausgewiesen werden. Geplant ist, dass die Umlage eineinhalb Jahre lang - also bis März 2024 - bezahlt werden muss. Die Umlage wird monatlich abgerechnet und kann alle drei Monate angepasst werden. Sollte Russland seine vertraglich zugesicherten Mengen wieder in vollem Umfang erfüllen, werde die Preisanpassung auf null gesetzt.

Gasumlage: Unternehmen dürfen hohe Einkaufspreise an Kunden weitergeben

Doch warum wird die Gasumlage überhaupt eingeführt? Damit soll verhindert werden, dass Gasversorger wegen der extrem gestiegenen Einkaufspreise pleite gehen - was wiederum die Gasversorgung im Winter 2022/23 insgesamt gefährden würde. „Ohne sie wären Gasversorgungsunternehmen in der gesamten Lieferkette gefährdet“, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Aktuell müssen die Gasimporteure die durch die Drosselung russischer Lieferungen gestiegenen Einkaufspreise noch selbst tragen. Ab Oktober könnten sie die höheren Beschaffungskosten dann über die Gas-Umlage an ihre Kunden weiterreichen. In früheren Plänen war von bis zu 90 Prozent die Rede. Die entsprechende Rechtsverordnung auf Grundlage des Energiesicherungsgesetzes soll in Kürze von der Bundesregierung verabschiedet werden.

Der Wirtschaftsminister rief im Zusammenhang mit der Gas-Umlage erneut dazu auf, Energie zu sparen. „Wir alle können einen Beitrag leisten und wir alle leisten ja einen Beitrag, außer wir verschließen die Ohren und die Augen“, sagte er. Tatsächlich können Verbraucher mit einigen Tipps Gas und somit bares Geld sparen. (mit dpa)

Auch interessant

Kommentare