Frauen gegen Berlusconi - Demonstrationen in ganz Italien

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Italienische Frauen fordern lautstark den Rücktritt von Silvio Berlusconi.

Rom - Italiens Frauen auf den Barrikaden: Viele tausend Italienerinnen haben in Protestmärschen und Kundgebungen den Rücktritt des durch eine Sexaffäre schwer angeschlagenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gefordert.

Die Frauen riefen Parolen wie "Wenn nicht jetzt, wann dann?" und "Italien ist kein Bordell". Einer der ersten Protestumzüge startete am Sonntagvormittag in Palermo auf Sizilien mit mindestens 5000 Teilnehmern, berichteten italienische Medien. Umzüge in insgesamt 230 italienischen Städten und auch im Ausland waren geplant.

In der Hauptstadt Rom sollte die größte Kundgebung gegen 14.00 Uhr mit einer Schweigeminute beginnen. Zahlreiche Politikerinnen und Schauspielerinnen hatten ihre Teilnahme zugesagt. Die Frauen wenden sich vor allem gegen das Bild, das in den Medien und in der Politik von Frauen vermittelt wird, und verlangen ein Ende von Diskriminierungen. Berlusconi verletze ihre Würde.

Hunderte Anhänger der italienischen Protestbewegung "Popolo viola" (Lila Volk) hatten bereits am Samstag in der Ewigen Stadt für den Rücktritt Berlusconis demonstriert - unter dem Motto "Nach Mubarak Silvio Berlusconi".

Der 74-jährige Premeier ist durch eine Sexaffäre erneut schwer unter Druck geraten. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat im "Fall Ruby" um eine blutjunge Marokkanerin ein Schnellverfahren gegen ihn gefordert. Es geht um Amtsmissbrauch und um Prostitution mit Minderjährigen. Ob der Medienmogul sich deswegen wirklich vor einem Gericht verantworten muss, soll eine Mailänder Ermittlungsrichterin bis Mitte der Woche entscheiden.

dpa

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