Faszination Katamaran-Segeln

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Sportlich, rasant oder lieber gemütlich und sicher die Weltmeere kreuzen – Katamaran-Segeln kann beides.

Es herrscht leichter Seegang bei Windstärke drei. Die eine Hand an der Großschot, die andere bringt den Katamaran auf Kurs. Der Wind greift ins Segel, ein Rumpf hebt sich aus dem Wasser und das Boot beschleunigt. Katamaran-Segeln übt eine einzigartige Faszination aus – auf Anfänger und Profis.

Katamaran-Segeln als Urlaubsvergnügen

Katamaran-Segeln bietet sowohl Freizeitskippern als auch ambitionierten Seglern jede Menge Abwechslung. Im Gegensatz zu Einrumpfschiffen sind Katamarane sehr breit und liegen stabil auf dem Wasser. Sie werden deshalb gerne als Fahrtenyachten eingesetzt. Das sind große Yachten für mehrtägige Segeltörns.

Katamarane haben den Vorteil, dass sie deutlich mehr Platz bieten als herkömmliche Segelschiffe. In den beiden Rümpfen sind meistens die Kabinen und Nasszellen untergebracht, während das Brückendeck für Salon, Kombüse und Navigation genutzt wird. Nach diesem Prinzip baut der französische Hersteller Lagoon seine Yachten.

Diese Modelle werden besonders gerne von deutschen Urlaubern gebucht. Luxuskatamarane kann man beispielsweise bei dem Online-Anbieter Yachtico.de chartern. Hier kostet ein einwöchiger Segeltörn nach Griechenland für eine Zwölfmanncrew in der Nebensaison ungefähr 1.000 Euro pro Person. Im Preis enthalten ist der Flug und auf Wunsch ein Skipper. So können auch Segel-Neulinge das Katamaran-Segeln entdecken.

Katamaran-Segeln als Sport

Durch den fehlenden Kiel haben die Katamarane ein relativ geringes Gewicht. Die beiden Rümpfe gleiten leicht durchs Wasser. Das macht die Boote zu schnellen Sportgeräten. Spitzengeschwindigkeiten von 40 Knoten – also etwa 74 Stundenkilometer – sind drin. Sportkatamarane erfordern aber auch Geschick.

Sportsegler sollten mindestens zu zweit sein: Einer ist für Großsegel und Steuer verantwortlich, der andere bedient das Vorsegel und hilft, das Boot zu trimmen. Das heißt, er verbringt bei rasanter Fahrt die meiste Zeit außerhalb des Bootes. Nur durch einen Gurt gesichert, hängt er fast waagrecht über dem Meer und verhindert, dass der Katamaran aus dem Gleichgewicht gerät. Im Gegensatz zu Segelschiffen mit einem Rumpf richten sich Katamarane nach starker Schräglage nicht von selbst wieder auf. Wer nicht aufpasst, kentert mit den flinken Wellenreitern.

Geschichte des Katamaran-Segelns

Wer der Erfinder des Katamarans ist, ist nicht geklärt. Die Römer sollen im zweiten Punischen Krieg einen Katamaran zur Eroberung der Stadt Syrakus eingesetzt haben. Die Polynesier bauten Doppelkanus und überquerten damit Tausende Kilometer auf hoher See – das beweisen Ausgrabungen. Der Norweger Thor Heyerdahl wollte im Jahr 1948 zeigen, dass die einfachen Seefahrzeuge der Polynesier den Strapazen langer Ozeanreisen standhalten. Deshalb baute er die Doppelkanus nach.

Letztendlich war es aber der Engländer James Wharram, der als Erster mit seinem selbstgebauten Katamaran über den Nordatlantik segelte. Er gilt seither als Pionier im Katamaran-Bau. Richtig bekannt wurde das Katamaran-Segeln aber erst durch eine Segelregatta, den America's Cup.

America's Cup macht Katamaran-Segeln zum Trend

Der America's Cup ist die berühmteste und älteste noch heute ausgetragene Segelregatta der Welt. Im Jahr 1988 fand das legendäre „ungleiche Duell“ statt: Neuseeland forderte Amerika mit einer riesigen 36 Meter langen Yacht heraus. Die Neuseeländer unterlagen aber den trickreichen amerikanischen Seglern, die mit einem Katamaran antraten und gewannen. Im Anschluss warfen sich beide Parteien vor Gericht Regelbruch vor. In letzter Instanz behielt das amerikanische Team den Pokal. Das Reglement wurde seitdem verschärft: Alle Teams segeln jetzt auf Katamaranen gleicher Größe. Jede Crew hat also die gleichen Voraussetzungen. Das macht die Segelregatta für Zuschauer noch interessanter. Der nächste Cup wird im nächsten Jahr in San Francisco ausgetragen.

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